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Honda Forza 125 im Fahrbericht Highend-Scooter

Während in der Tierwelt die Erfindung der eierlegenden Wollmilchsau weiter auf sich warten lässt, ist man diesem Ziel zumindest im Bereich der Achtelliter-Roller in Gestalt des Honda Forza 125 einen gro­ßen Schritt näher gekommen.

Der speziell für den europäischen Markt komplett neu entwickelte und in Atessa/Italien produzier­te Highend-Scooter Honda Forza 125 ist das Ergebnis umfangreicher Marktstudien und reichlichen Einsatzes von Hirnschmalz. Denn gefordert wurden sich widersprechende Faktoren wie kompakte Karosserie, ordentlich Windschutz und reichlich Platz für Besatzung und Gepäck. Desweiteren sollten die Fahrleistungen zu den besten seiner Klasse gehören und der Verbrauch zum niedrigsten.

Nicht zu vergessen die überzeugenden Fahr­eigenschaften sowie Ausstattung und Material- wie Verarbeitungsqualität auf dem von Honda gewohnten, hohen Niveau. Dass dabei kein billiger Jakob herauskommen konnte, war von vornherein klar, und so liegt denn der Preis von 4890 Euro (in­klusive Nebenkosten) ebenfalls am oberen Ende des Segments. Um herauszufinden, ob dieser Preis gerechtfertigt ist, lud Honda nach Nizza zur Probefahrt unter Palmen. Der erste Eindruck vom Honda Forza 125 ist schon einmal kein schlechter.

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Honda spricht von einem Verbrauch von knapp über zwei Litern

Trotz noch kompakter Abmessungen sitzen auch größere Zeitgenossen sehr bequem und mit reichlich Platz für die Haxen auf dem Scooter. Vor sich ein Armaturenbrett, welches Fans analoger Arrangements beinahe Tränen der Freude in die ­Augen treibt und dennoch nicht mit Informationen geizt, darüber eine ohne Werkzeug in sechs Positionen verstellbare Scheibe. Darunter, in der Verkleidung, finden sich kleine Ablagefächer samt obligatorischer Steckdose. Unter der straff gepolsterten Sitz­bank hat Gepäck mit bis zu 48 Litern Volumen ein trockenes Plätzchen. Noch eine Etage tiefer hat der ebenfalls neue Antrieb des Honda Forza 125 sein zu Hause gefunden. Durch umfangreiche Detailarbeit soll der Vierventiler bei gleicher, da vorgegebener Leistung sparsamer und durchzugskräftiger als sein Vorgänger geworden sein. Honda spricht von einem Verbrauch von knapp über zwei Litern.

Durch technische Kniffe wie den direkt am Motor montierten Wasserkühler oder die Lichtmaschine, die auch als E-Starter fungiert, konnte der Antrieb klein und leicht gehalten werden. Schon auf den ersten ­Metern wird klar, dass die Ingenieure ihre Haus­aufgaben gemacht haben. Im Rahmen seiner Möglichkeiten prescht der Forza flott von der Ampel weg und schlängelt sich natterngleich durch die Blechkolonnen. Auf dem Weg ins bergige Hinterland zeigt sich das Fahrwerk von seiner handlich-neutralen Seite und zeigt dank hinreichend Luft unterm Kiel keinerlei Furcht vor Schräg­lagen. Die ABS-unterstützte Bremse arbeitet mit geringen Handkräften und ohne großes Aufstellmoment. Bei der Rückfahrt über die Autobahn zeigt sich der Honda Forza 125 auch bei Höchsttempo (bergab rund 130 km/h) ungerührt. Und so darf am Ende der Runde gesagt werden, dass die Honda-Jungs ihre oben genannten selbstgesteckten Ziele durchaus erreicht haben.

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Foto: Honda
Honda Forza 125.
Honda Forza 125.

Technische Daten Honda Forza 125

Honda Forza 125

Motor: Einzylinder-Viertaktmotor, eine obenliegende, ket­ten­getriebene Nockenwelle, vier Ventile, Einspritzung Ø 28 mm, geregelter Katalysator, stufenlose Riemenautomatik.

Bohrung x Hub: 52,4 x 57,9 mm
Hubraum: 125 cm³
Nennleistung: 11,0 kW (15,0 PS) bei 8750/min
Max. Drehmoment: 12,5 Nm bei 8250/min

Fahrwerk: Rohrrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 33 mm, zwei ­Federbeine, Scheibenbremse vorn, Ø 256 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel, Scheibenbremse hinten, Ø 240 mm, Teilintegral-Bremssystem mit ABS.

Alu-Gussräder: 3.50 x 15; 4.00 x 14
Reifen: 120/70-15; 140/70-14

Maße und Gewicht: Radstand 1490 mm, Lenkkopfwinkel 63,5 Grad, Nachlauf k. A., Sitzhöhe 780 mm, Gewicht vollgetankt* ca. 160 kg, Zuladung ca. 180 kg, Tankinhalt 11,5 Liter.

Garantie: zwei Jahre
Farben: Weiß/Blau, Grau, Schwarz/Weiß, Schwarz/Braun
Preis/Nebenkosten: 4705/185 Euro

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