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Alle drei Viertaktmotoren wurden kleiner und leichter, bekamen außerdem mehr Drehmoment.

Husqvarna FC 250, Husqvarna FC 350 und Husqvarna FC 450 Husqvarna-Crosser 2016 im Fahrbericht

Das Rezept: im Prinzip KTM-Technologie, aber neu verpackt und mit aufgewerteter Ausstattung. Das trifft auch auf die 2016er-Crosser zu. Wir sind die neuen Husqvarna-Modelle schon gefahren.

Husqvarna hat sich prima entwickelt, nachdem KTM die siechende Marke 2013 von BMW übernommen hat. Das Rezept: im Prinzip KTM-Technologie, aber neu verpackt und mit aufgewerteter Ausstattung. Das trifft auch auf die 2016er-Crosser zu. KTM hatte ja bereits drei völlig neue, erheblich leichtere Viertaktmaschinen präsentiert. Auf denen basieren auch die Huskies, sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch das andere Outfit, ein Karbon-Rahmenheck und die bekannte 4CS-Gabel von WP, die ganz konventionell noch mit Stahlfedern statt aktueller Luftfederung arbeitet.

Nun liegt die Vermutung nahe, dass die Huskies wie ihre KTM-Pendants fahren. Und das ist auch prinzipiell so; aber es gibt Unterschiede, wie MOTORRAD-Tester Didi Lacher auf der wunderschönen Strecke von Budds Creek/USA erfahren konnte. Der erste Eindruck: Die Husqvarna-Crosser fühlen sich wendiger, agiler als ihre Vorgänger an. In der Tat wurden ja wie bei den KTMs vier bis fünf Kilogramm abgespeckt. Damit wiegen alle drei FC-Modelle deutlich weniger als die japanische Konkurrenz, obwohl sie E-Starter und Batterie an Bord haben.

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Konkurrenzlos im oberen Drehzahlbereich

Das breitere Kunststoffheck lässt die Huskies etwas wuchtiger erscheinen, stört aber nicht, sondern gibt den Beinen im Gegenteil in jeder Situation mehr Halt und Führung. Das Heck steht durch einen kürzeren Stoßdämpfer noch etwas tiefer als bei den neuen KTM-Crossern. Ein Trend, der aus den USA kommt und die Balance nach hinten verschiebt. In Kurven bringt das mehr Neutralität, ohne das Einlenken spürbar zu beeinträchtigen. Die 4CS-Gabel arbeitet bei tiefen Wellen oder harten Landungen mit viel Progression, spricht aber auf kleinen, harten Kanten nicht besonders fein an und bringt dann Unruhe ins Fahrwerk. In den USA hat die 4CS-Gabel einen guten Ruf, daher ließ Husqvarna sie bei den 2016er-Modellen drin. Fraglich, ob sie der neuen KTM-Luftgabel ebenbürtig ist.

Mithalten können auf jeden Fall alle drei Husqvarna-Viertaktmotoren. Die 250er wurde zwar laut Angabe in der Mitte stärker, nach wie vor ist der Viertelliter-Motor eher auf Spitzenleistung getrimmt und verlangt einen entsprechend engagierten Fahrstil mit viel Einsatz. Was im oberen Drehzahlbereich abgeht, ist in dieser Klasse sicher konkurrenzlos. Der fast ebenso hoch, nämlich unglaubliche 13.400/min drehende 350er bietet dagegen ein weites Drehzahlband, schalten wird auf der flüssigen US-Piste zum reinen Luxus. Auch er bekam mehr Drehmoment von unten, die leichte Kontrollierbarkeit ist jedoch geblieben.

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Preise zwischen 8895 und 9495 Euro

Oben heraus drückt der 350er stolze 58 PS, überflügelt damit manchen 450er-Motor. Sicher aber nicht das hauseigene 450er-Aggregat, das in Spitzenleistung und Drehmoment nochmals in einer eigenen Liga spielt. Wie die beiden Schwestern wurde der Motor der 450er-Husqvarna stark modifiziert, fast jedes Bauteil kleiner, kompakter und leichter. Unterm Strich ergibt das eine höhere Effizienz, vor allem begeistern die enorme Laufkultur und die gute Beherrschbarkeit trotz einer Spitzenleistung, die selbst Profis die Arme lang zieht.

Leider ist die Übersetzung des Vierganggetriebes insgesamt etwas lang geraten, dadurch entsteht zwischen zweitem und drittem Gang ein großer Drehzahlsprung. Je nach Strecke wäre vielleicht ein 50er-Kettenblatt statt des 48ers besser. Drei tolle, stark verbesserte Hightech-Geräte also, die allerdings ihren Preis haben: Zwischen 8895 und 9495 Euro muss der Husqvarna-Käufer berappen.

Foto: Husqvarna
Husqvarna-Crosser - Modelljahr-2016.
Husqvarna-Crosser - Modelljahr-2016.

2016er-Modelle - was ist neu?

Motoren

  • Neue, kompaktere Motorgeneration
  • Kürzere Pleuel
  • Neue, leichtere Getriebe
  • Mapping gangspezifisch, zwei Mappings und Launch Control wählbar

Fahrwerke

  • leichtere Rahmen mit optimierter Steifigkeit, Rahmenheck aus Kunststoff/Karbon-Mix
  • Federbein mit verlängertem Hub und neuer Hebelei
  • Lenker nun in Gummi gelagert
  • kürzere Schalldämpfer

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