Im Test: Honda VFR 1200 F Neue Vau, neues Glück

Die Welt hat auf eine Volle-Liter-VFR gewartet, Honda schippte noch ein wenig oben drauf. Was kann die nächste Generation wirklich?

Foto: Archiv

Da steht sie nun, die Neue. Erwartet wurde sie schon lange, und endlich sollte auch sie einen vollen Liter Hubraum bekommen. Die Konkurrenz ist nämlich schon länger soweit. Honda war nicht knauserig und stellte gar eine Satte-Liter-VFR mit 1237 Kubikzentimetern auf die Räder - wow!

 

Endlich souveräner Schub von unten, wie es sich für einen gestandenen Sporttourer gehört. Im Stand pröttelt der völlig neu konstruierte V4 tranig vor sich hin. Flupp - den ersten Gang des tadellosen Getriebes eingelegt, unauffällig schiebt der Motor an, alles okay soweit. Bei 3000/min fällt er überraschend in ein tiefes Drehmomentloch, in dem man sich häufiger wiederfindet, als einem lieb ist - wie zum Beispiel bei Tempo 50 im dritten Gang. Druck von unten? Pustekuchen. Erst ab 4000/min legt der Vierzylinder los und liefert von hier an konstant über 100 Newtonmeter. Und es geht noch weiter: Bei etwa 5500/min öffnet ein Stellmotor die Klappe vor der oberen der zwei Auspuffmündungen, jetzt setzt es Power!

 

Das Spektakel wird von wunderbar grummelndem V4-Knurren und derberen Vibrationen passend begleitet. So ein Kick ist zwar was Feines, ausgewogene Leistungsentfaltung sieht aber anders aus. In Schräglage kann so schon mal des Hinterrad ausbrechen. Flottes Wedeln geht mit der wahlweisen Dunlop-Roadsmart-Bereifung leichter von der Hand als mit der Alternative Bridgestone BT 021. In engen Kehren fallen Lastwechselreaktionen im Kardan auf. Feinfühlig lässt sich die VFR verzögern, das ABS ist erste Sahne. Die Teilintegralbremse aktiviert per Bremspedal zwei Bremskolben links vorn - volle Kraft gibts also nur mit Hand und Fuß zusammen.

 

Sportliche Fahrer wünschen sich das Fahrwerk hinten ein wenig straffer, für halbwegs ebene Straßen ist es jedoch top abgestimmt. Insgesamt ist die VFR ein sehr gutes Motorrad geworden, keine Frage. Doch Luft nach oben ist allemal.

Pro

Wartungsarmer Kardan

Brillante Lackqualität

Drei Jahre Garantie und lange Wartungsintervalle

Sehr gute Bremsen mit extrem fein regelndem ABS

Richtig guter Windschutz

 

Contra

Magere Ausstattung

Für die Hubraumklasse zuwenig Druck von unten

Volle Bremskraft vorn gibts nur wenn hinten mitgebremst wird

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