Im Test: Suzuki B-King Suzuki B-King

Immer mehr Naked Bikes machen der B-King den Thron streitig, doch der Suzuki-Koloss wehrt sich. Wie ist es um die Macht des Königs bestellt?

Foto: jkuenstle.de

Kampflos aufgeben? Niemals. Die Macht des Vierzylinders verschafft der B-King noch immer den verdienten Respekt. Die Suzuki hat sich seit ihrem Erscheinen 2007 zwar nicht merklich verändert, doch immerhin etwas aufgerüstet. So verzögern die bissigen, gut dosierbaren Bremsen inzwischen mit serienmäßiger ABS-Unterstützung. Gut so, denn der mächtig anschiebende Vierzylinder braucht einen souveränen Gegner. Ab knapp über Standgas legt der einst aus der Hayabusa stammende, leicht modifizierte Vierzylinder los, als wolle er nicht nur Bäume, sondern gleich ganze Wälder ausreißen. Er tut dies aber nicht brutal, sondern wohl-dosierbar, sanft und gleichmäßig, kultiviert und laufruhig. Zur Sicherheit, etwa bei regennasser Fahrbahn, lässt sich die Charakteristik des Motors per Schalter vom A- in den B-Modus wechseln, was ihn dezenter anreißen und nur noch 120 PS leisten lässt.

Das Fahrwerk ist auch mit der vollen Leistung nie überfordert, glänzt mit toller Schluckfreudigkeit, höchster Stabilität und verblüffender Handlichkeit. Selbst der überbreite 200er-Hinterreifen verdirbt die hohe Präzision und Neutralität nicht. Der Fahrer ist angenehm untergebracht, sitzt lässig aufrecht und entspannt, Beifahrer sollten biegsam und genügsam sein. Letzteres ist zumindest der Motor - schon mit fünf Litern/100 Kilometer ist man ausreichend flott und stets gut unterwegs. Auf Landstraßen übrigens lieber als auf der Autobahn - Windschutz wird nicht geboten. Auch sonst gibt es keinen übertriebenen Luxus, jedoch eine solide, praxisgerechte Ausstattung. Dennoch dieser stramme Preis? Tja, einen König muss man sich eben leisten können.


Kurzurteil:
Positiv

  • Bärenstarker Motor
  • Recht kultivierter Lauf, überraschend sparsam
  • Verblüffend leichte Fahrbarkeit
  • Entspannte Sitzhaltung
  • Sehr gute ABS-Bremse
  • Stabiles Fahrwerk


Negativ

  • Kein Platz für Gepäck
  • Kaum soziustauglich
  • Kurze Service-Intervalle
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Technische Daten

Die Daten:
Motor   Vierzylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum   1340 cm³
Kraftübertragung   Sechsganggetriebe/Kette
Leistung   135 kW (184 PS) bei 9500/min
Max. Drehmoment   146 Nm bei 7200/min
Bremse vorn   Doppelscheibe (Ø 310 mm)
Bremse hinten   Scheibe (Ø 260 mm)
Reifen vorn   120/70 ZR 17
Reifen hinten   200/50 ZR 17
Federweg vorn/hinten   120/137 mm
Tankinhalt   16,5 Liter, Super
Farben   Blau/Weiß
Wartungsintervalle   6000 km
Preis   14490 Euro plus Nebenkosten

Die Messwerte:
Höchstgeschwindigkeit (Werksangabe)   247 km/h
Beschleunigung   0−100 km/h 3,1 sek
Durchzug   60−140 km/h 7,6 sek
Gewicht vollgetankt   259 kg
Zuladung   201 kg
Verbrauch Landstraße   5,0 l/100 km

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Fazit

In der Stadt:
Ihr martialisches Aussehen täuscht: Mit sanft, aber bestimmt auf Gasbefehle reagierendem Motor und leichter Bedienbarkeit von Kupplung und Schaltung gibt sich die B-King in der Stadt lammfromm. Die aufrechte Sitzhaltung schafft Übersicht, das recht hohe Gewicht merkt man nur beim Rangieren.

Auf der Landstraße:
Verblüffend, wie lässig sich die mächtige Suzuki in Kurven schwenken lässt, wie präzise sie diese durcheilt, und wie neutral sie trotz des fetten 200er-Hinterreifens stets bleibt. Dass der Motor (wie erwartet) bereits ab Standgas wie ein Ochse aus der Kurve schiebt, kann man so stressfrei genießen.

Auf der Autobahn:
Beim Tempobolzen auf der Bahn lässt sich die B-King nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn hohes Tempo mangels Windschutz schnell anstrengend wird. Umso mehr Spaß machen lässige Zwischensprints aus LKW-Marschtempo bei frei gewordener linker Spur. Ohne Runterschalten, versteht sich.



Abschluss-Zeugnis
Motor:

Ein angenehm sanft agierender, bei jeder Drehzahl bullig zupackender Vierzylinder, der mit seiner Souverä-nität keinen Stress aufkommen lässt.
5 von 5 Sternen

Fahrwerk:
Bestnoten verdient sich das schluckfreudige, stabile Fahrwerk, das mit perfekter Rückmeldung und hoher Neutralität dienen kann.
5 von 5 Sternen

Bremsen:

Die Vierkolbenanlage überzeugte schon immer mit Biss und guter Dosierbarkeit, jetzt kommt noch ein serienmäßiges, fein regelndes ABS hinzu.
5 von 5 Sternen

Ausstattung:

Mit üppig bestücktem Cockpit, ABS, Wegfahrsperre und insgesamt praxisgerechten, fein gemachten Details muss sich die B-King nicht verstecken.
4 von 5 Sternen

Komfort:

Der Fahrer findet auf der sensibel federnden B-King eine entspannte Sitzhaltung vor und genießt ordent-lichen Komfort. Der Beifahrer nicht.
3 von 5 Sternen

Einsteigertauglichkeit:

Eigentlich fährt die B-King ganz brav und anständig. Allerdings gehört ein 184 PS starkes, 260 Kilogramm schweres Bike nicht in Anfängerhände.
1 von 5 Sternen

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