Im Test Yamaha Majesty 400 ABS

Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel zu schweigen: Macht Platz für Ihre Majestät Yamaha Majesty 400 ABS. Und zwar ein bisschen plötzlich.

Foto: jkuenstle.de

Seinen wahren Wert sieht man ihm von außen nicht an. Zweifellos ist der erste Eindruck vom Majesty positiv, allein vom Hinschauen fühlt man sich versucht, auf dem Komfort-Roller Platz zu nehmen. Dieser kuscheligen Stufensitzbank ist schwer zu widerstehen. Das Besondere jedoch befindet sich unter ihr: Es ist der aufwendige Aluminiumrahmen, dem der Majesty seine irre Stabilität verdankt. Anders als bei einigen Kollegen mit simplem Stahlrohrrahmen düst er derart präzise und mühelos durch die Kurven, dass man zwischendurch fast vergisst, auf einem Roller zu sitzen. Aber eben nur fast. Denn die breite, gut schützende Verkleidung und der eingangs erwähnte Sitzkomfort erinnern angenehm an seine Fahrzeuggattung. Dazu gehört auch die fein abgestimmte Variomatik, die in Zusammenarbeit mit dem spritzigen und dabei sparsamen Motor für Fahrleistungen sorgt, die sich sehen lassen können.

Passend dazu arbeitet die serienmäßig mit ABS ausgestattete Bremsanlage fein dosierbar, verzögert den Yamaha mit wenig Kraftaufwand stets souverän. An ihm herumzumäkeln fällt schwer, die ungünstig konstruierten Trittflächen für den Sozius sind allerdings der Erwähnung wert. Ebenso die lauten Turbulenzen, verursacht durch einen nicht optimalen Windschild. Viel Platz im Helmfach und die bereits genannten Qualitäten machen die Minuspunkte jedoch mehr als wett. Und mal ehrlich: Wer wird denn so kleinlich an Ihrer Majestät herummeckern?



Kurzurteil:
Positiv

  • Gediegene Verarbeitung
  • Fährt neutral und präzise
  • Lebendiger, kräftiger und sparsamer Einzylindermotor
  • Großzügiges Helmfach
  • Gut dosierbare und zupackende Bremsen mit serienmäßigem ABS


Negativ

  • Windschild erzeugt laute Turbulenzen
  • Nicht gerade ein Schnäppchen
  • Ungünstig gestaltete Trittflächen für den Sozius
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Foto: Archiv

Technische Daten

Die Daten:
Motor Einzylinder-Viertakt
Hubraum 395 cm³
Kraftübertragung Variomatik/Riemen
Leistung 25 kW (34 PS) bei 7000/min
Max. Drehmoment 36 Nm bei 6000/min
Bremse vorn Doppelscheibe (Ø 267 mm)
Bremse hinten Scheibe (Ø 267 mm)
Reifen vorn 120/80-14
Reifen hinten 150/70-13
Federweg vorn/hinten 120/104 mm
Tankinhalt 14 Liter, Normal
Farben Schwarz, Silber, Weiß
Wartungsintervalle 5000 km
Preis 7595 Euro plus Nebenkosten

Die Messwerte:
Höchstgeschwindigkeit* 150 km/h
Beschleunigung 0−100 km/h 8,6 sek
Durchzug 50−130 km/h 13,8 sek
Gewicht vollgetankt 223 kg
Zuladung 185 kg
Verbrauch Landstraße 3,9 l/100 km

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Foto: Hersteller

Fazit

In der Stadt:
Dass man vom Majesty 400 nicht die Agilität eines 125er-Rollers erwarten kann, ist wohl jedem klar. Trotzdem lohnt sich der Trip in die Stadt, denn der starke Motor garantiert flottes Wegkommen an Ampeln und das große Staufach ausreichend Platz für den Einkauf. Das serienmäßige ABS macht ihn auch noch sicher.

Auf der Landstraße:
Hier kann der Majesty den Trumpf seines ultrastabilen Alu-Rahmens ausspielen: Ungemein leicht und zielgenau lässt er sich dirigieren, absolviert selbst kompliziertes Kurvengeschlängel königlich souverän. Dank der kraftvollen Bremsanlage bringt man den Yamaha auch aus forschem Ritt schnell zum Stehen.

Auf der Autobahn:
Seine Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern ist durchaus autobahntauglich, die bequeme und entspannte Sitzposition ebenso. Leider erzeugt der Windschild nervig-laute Turbulenzen. Der Verbrauch von weniger als vier Litern auf 100 Kilometern hingegen macht lange Etappen möglich.



Abschluss-Zeugnis
Motor:

Kraftvoll schiebt der Einzylinder des Majesty an, spritzig hängt er am Gas. Dazu läuft er vibrationsfrei und genehmigt sich wenig Sprit.
4 von 5 Sternen

Ausstattung:

Vollständiges Cockpit, Feststellbremse gegen Wegrollen, zwei Fächer vorn, Platz für zwei Integralhelme, Seiten- und Hauptständer, ABS. Vorbildlich.
5 von 5 Sternen

Fahrwerk:

Hier glänzt der Yamaha mit überragender Fahrstabilität. Jederzeit gibt er sich überaus neutral und präzise, überzeugt außerdem mit Handlichkeit.
5 von 5 Sternen

Komfort:

Viel Platz findet sich auf der straff gepolsterten Sitzbank, die Sozius-Trittflächen könnten besser sein. Guter Windschutz, leider mit Turbulenzen.
5 von 5 Sternen

Bremsen:

Mehr als ordentlich verzögert die Doppelscheibenanlage, fein dosierbar und mit geringem Kraftaufwand. ABS als serienmäßige Dreingabe. Top!
3 von 5 Sternen

Einsteigertauglichkeit:

Sein gutmütiger, lebhafter Motor in Kombination mit dem neutralen Fahrwerk und den guten ABS-Bremsen sprechen ganz klar für den Majesty.
4 von 5 Sternen

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