Im Test: Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré Auf die Reihe bekommen

Mit der XT 1200 Z erlebt eine Yamaha-Legende ihre Renaissance. Und die Konkurrentin BMW R 1200 GS ihr blaues Wunder. Super, Ténéré.

Foto: Jahn

Sie ist gekommen, um zu bleiben. Lange genug warteten die Fans der Vorfahrin XTZ 750 Super Ténéré (1989-1996) auf eine Wiedergeburt. Mit der Neuen feiert bei Yamaha nicht nur ein ruhmreicher Name Wiederauferstehung, sondern auch das Konzept vom Reihen-Zweizylinder. Das Drehmoment des 110 PS starken Twins liegt ab 3000/min konstant über 100 Newtonmeter, seine Leistung entfaltet er harmonisch. Selbst im Sport-Modus geht der 1200er derart geschmeidig ans Gas, dass man das gemäßigtere Touring-Mapping fast vergisst. Wie einem der Langhuber ab 2500 Touren die Arme langzieht, herrlich! Der Schub wird untermalt von
bollerndem Auspuffschlag. Aufgrund der langen Übersetzung bleiben Spritzigkeit und gute Durchzugswerte allerdings ein wenig auf der Strecke; für die Beschleunigung auf 200 km/h braucht die XT fast 23 Sekunden. Das Entschleunigen hingegen erledigt der Reisekoloss mustergültig: Überraschend sensibel und in feinen Intervallen regelt das Yamaha-ABS. Gut gemacht. Besonders weil die einteiligen Vierkolbenzangen so kräftig in die Wave-Bremsscheiben beißen, als bekämen sie nie wieder was zu futtern. Dieser Macht halten die Federelemente problemlos stand, auch wenn die Grundabstimmung komfortabel ist. Komfortabel sind ebenfalls die Sitzplätze der Super Ténéré, passend zum absolut reaktionsfreien Kardanantrieb - kein Fahrstuhleffekt, keine Lastwechselschläge, einfach klasse. Kein Lob gibt es indes für das knochige Getriebe mit seinen langen Schaltwegen. Lange Wege allerdings sind genau das, wofür die XT gemacht wurde - solange sie asphaltiert sind. Dort stört auch ihr hohes Gewicht nicht. Insgesamt hat Yamaha nicht nur den Zweizylinder erneut auf die Reihe bekommen. 

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