Interview: Matt Parks, 36, General Manager von Victory « Nicht primär gegen Harley“

Matt Parks, 36, General Manager von Victory, der neuen Motorcycle-Division von Polaris, zu seiner Produktphilosophie

Matt Parks, Polaris ist eine Weltfirma, die nichts mit Motorrädern zu tun hatte. Wie kamen Sie auf die Idee, welche zu bauen?Polaris ist weltweit Nummer eins bei Snowmobilen. Mit unseren All Terrain Vehicles sind wir Zweiter und im Bereich Jet-Ski Vierter. Da die Firma bisher sehr schnell gewachsen ist, war klar: Wenn wir unser Wachstumstempo beibehalten wollen, brauchen wir eine neue Produktlinie. So hörten wir uns um bei Kunden, bei unseren Händlern und beauftragten die Unternehmensberatung McKinsey mit einer Studie, was den Polaris-Konzern am besten weiterbringen würde. Das Ergebnis steht vor ihnen. Die erste Idee, mit Off Road-Motorrädern zu beginnen, wurde übrigens verworfen, weil es auf diesem Markt bereits hervorragende Produkte gibt, die nur noch zu Schleuderpriesen loszuschlagen sind.Wann starteten Sie das Projekt Victory?Im Mai 1993 fiel die Entscheidung, einen großen Cruiser mit eigenem, amerikanischem Motor zu bauen. 1994 liefen die ersten Prototypen. Im Februar 1997 stellten wir das Bike erstmals im Fernsehen vor und erlebten begeisterte Reaktionen. Im April dieses Jahres wird in den USA mit zunächst 160 Händlern der Verkauf beginnen, 1999 in Kanada und im Jahr 2000 in Übersee.Sie greifen mit Ihrem V2-Cruiser eine Ikone der amerikanischen Industrie an - Harley-Davidson.Durchaus nicht. Wir können nicht gegen Harley antreten. 90jährige Tradition und das unvergleichliche Image kann niemand einfach wegwischen. Auch eingefleischte Harley-Fahrer loben zwar das gute Handling unserer Victory, die Bremsen, die Fahrleistungen. Gefragt nach einem Kauf, winken sie aber freundlich ab. Wir wenden uns eher an Biker, die bereits japanische Cruiser, BMW oder Tourenmaschinen fahren und bieten diesen einen modernen Cruiser, der alles, was ihr Bike kann, auch kann - aber eben aus Amerika kommt.Wie schätzen Sie ihre Absatzchancen ein?Wir wollen in diesem Kalenderjahr noch 5000 Maschinen verkaufen. Diese Zahl soll zügig wachsen, wie es bei Polaris üblich ist.Wollen Sie mittelfristig über den Cruiser hinaus auch andere Motorräder anbieten?Ja, in vier bis sechs Jahren werden wir Sport-Maschinen, Tourer und Standard-Bikes auf den Markt bringen. Der V2-Motor ist dabei übrigens kein Dogma für uns.

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