Interview Oliver Grill

Foto: Yamaha
Was macht man als Product Line Manager?
Man plant, welches Motorrad wann und wo auf den Markt kommen soll, wie es aussehen muss, was es können muss.

Hat da nicht jedes Land andere Vorstellungen?
Ja natürlich. Oft sind Modelle erfolgreicher, wenn man sie gezielt für einzelne Märkte entwickelt. So wurde zum Beispiel die FJR für Deutschland konzipiert, die MT-03 für Italien. Im Normalfall kann man nicht für jedes Land speziell entwickeln.

Für wen ist die R6 entwickelt?
Die R-Serie wird von uns konzipiert, aber weltweit verkauft. In den Ländern herrschen oft ganz unterschiedliche Vorlieben. Deutschland ist Technologie-orientiert. In Italien muss der Renner auch zum Image und Outfit passen. Die grundsätzliche Begeisterung der Super-sport-Kunden für aufregende und sehr sportliche Motor­-räder ist aber überall gleich. Die R6 ist seit ihrer Ein­führung die meistverkaufte Supersport-600er Europas.

Ist die Neue deshalb fast die Alte?
Bezüglich ihres Anspruchs auf top Design und sportliche Höchstleistung in jedem Fall. In beiden Punkten ist die Luft angesichts der Qualitäten der Vor­-gängerin sehr dünn. Dennoch muss man in dieser Klasse immer am Ball bleiben.

Viele Käufer bewegen ihre R6 nie auf der Renn­strecke. Müssten Sie mehr Wert auf Alltagstauglichkeit legen?
Die Käufer fahren R6, weil es fasziniert. Nur in Deutschland spürt man ständig diesen Rechtfertigungsdruck. Den gibt es nirgendwo anders. Welchen Sinn macht eine alltagstauglichere R6, wenn beim Fahren Langeweile rüberkommt?

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