Karsten Schwers über das C-ABS "Funktion nahezu perfekt"

Karsten Schwers, Chef-tester bei MOTORRAD, über das C-ABS

Foto: fact
Zunächst war ich skeptisch, „Brake by wire“ mit ABS an einem Supersportler. Okay, Vorteile bei Schreckbremsungen, beim Bremsen bei Nässe und Reibwertsprüngen stehen außer Frage, das zeigten schon bisherige Antiblockiersysteme. Trotzdem: Ganz schön abgefahren, die Vorstellung, dass die Betätigungskraft an Hand- und Fußbremshebel nicht den Druckaufbau an den Bremssätteln steuert. Doch das Ergebnis überzeugt auf der Landstraße auf jeden Fall. Stark fällt die Bremswirkung aus, den­noch spürt der Fahrer im Regelbereich kein ­Pulsieren im Hand- oder Fußbremshebel. Honda hat das technische Konzept nahezu perfekt umgesetzt. Einziger Kritikpunkt ist ein etwas teigigerer Druckpunkt. Ein exakter Druckpunkt hilft bei der Version ohne ABS, das Vorderrad haarscharf an der Blockiergrenze entlangzubalancieren. Diese Aufgabe übernimmt nun das ABS. Der absolute Profi kommt zwar ohne Blockierverhinderer etwas früher zum Stillstand, aber auch nur unter absolut optimalen Bedingungen. Wenn selbst in der MotoGP die weltbesten Rennfahrer von elektronischen Hilfsmitteln wie Traktions- und Wheelie-Kontrolle profitieren, dann gilt das erst recht für Otto Normalfahrer. Daher war solch ein Sport-ABS einfach überfällig.

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