Kawasaki 1400 GTR

Attribute, die bei einem gelernten Tourer wie der Kawasaki 1400 GTR selbstverständlich sind. Sie hat den auf zerfurchten und rutschigen Alpenpisten besonders wichtigen Blockierverhinderer. Sie bietet für lange Tagesetappen eine relaxte Ergonomie – auch für den zweiten Mann an Bord. Und sie entkoppelt die Besatzung dank elektrisch variierbarer Verkleidungsscheibe wirkungsvoll vom Fahrtwind.

Gleichwohl ist der Auftritt des Kawasaki-Luxustourers nicht restlos überzeugend. Denn im alpinen Kurvengewirr enttäuscht der Kawa-Motor angesichts 1,4 Liter Hubraum unten herum, zum schnellen Überholen von Wohnmobilen auf kurzen Geraden muss fleißig im Getriebe gerührt werden – was nebenbei bemerkt nicht sehr geschmeidig funktioniert. Außerdem geht der Vierzylinder in den Spitzkehren unterhalb der Galibier-Passhöhe nicht besonders elegant ans Gas, gönnt sich beim Lastwechsel mitunter eine kleine Gedenksekunde. Des Weiteren will die schwerfällige GTR mit Nachdruck und Überredungskunst in Schräglage gebracht werden, tendiert eher zum weiten Bogen.

Ordentlich arbeitet hingegen die Federung, die auch auf dem holperigen Geläuf am Südhang des Galibier nie kapituliert, hinreichende Reserven bietet und komfortabel anspricht. Falls mal unverhofft ein Murmeltier über die Straße hoppelt, überzeugt die Bremsanlage mit guter Wirkung bei wenig Handkraft. Im Regelbereich könnte das ABS allerdings etwas feiner arbeiten.

Am Ende setzt sich also in dieser Kategorie der klassische Tourer, die Kawasaki 1400 GTR, durch, weil echte Gegner wie eine BMW RT oder eine Yamaha FJR in diesem Jahr fehlen. Schaun wir mal, wie die GTR ihre Zunft im Finale vertreten kann.

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