Kommentar

Hat Yamaha bei der Entwicklung von Antiblockiersystemen die Bremse gezogen?

Bei der Bremsmessung sorgte die FJR 1300 A für lange Gesichter. Mit 46,1 Meter Bremsweg aus 100 km/h respektive 8,4 m/s2 rangiert sie am unteren Ende der Verzögerung aktueller Motorräder. Die Analyse offenbart schnell die Ursache. Das ABS beginnt frühzeitig und relativ grob zu regeln, die Verzögerung fällt immer wieder bis unter 8 m/s2 ab. Zum Vergleich: Eine vom Profi verzögerte FJR ohne ABS steht aus 100 km/h bereits nach 39,4 Metern, macht 9,8 m/s2, exakt der Wert, den eine BMW R 1100 S mit ABS schafft. Da drängt sich die Vermutung auf, dass Yamaha seit der FJ 1200 A die Entwicklung verschlafen hat. Die verzögerte bereits 1992 mit 8,1 m/s2. Um Missverständnisse im Keim zu ersticken: Auch das Yamaha-ABS leistet einen wertvollen Beitrag zum Thema passiver Sicherheit, denn der Normalfahrer erreicht nicht annähernd das Verzögerungsniveau der FJR, erst recht nicht unter widrigen Bedingungen. Doch andererseits hätten sich die Yamaha-Entwickler gerade beim fahrdynamisch besonders heiklen Thema Bremsen mehr Mühe geben müssen. Im Ernstfall entscheidet bekanntlich jeder Meter.

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