Fahrbericht: Unterwegs mit dem Kleinkraftrad Yamaha EC-03 Kompakt-Test: Yamaha EC-03

Ein Kleinkraftrad, das mit Strom aus der Steckdose fährt? MOTORRAD hat das Yamaha EC-03 getestet. Erstaunlich: zur Rush-Hour schlägt die Stunde des kleinen Winzlings.

Foto: Bilski, Jacek

Wer als Kleinkraftrad gelten will, darf nicht schneller als 45 km/h sein. Angesichts des 50-km/h-Tempolimits innerorts eine seltsame Entscheidung. Also: Von der Papierform her reicht es auf dem Yamaha EC-03 nicht, um flüssig im Verkehr mitzuschwimmen. Spätestens, wenn der Digitaltacho im Power-Modus 47 km/h signalisiert, warnt ein Lämpchen vor dem ungesetzlichen Treiben. Geht es bergab noch zwei km/h schneller voran, bremst eine elektronische Fessel den 1,4-kW-Gleichstrommotor ein. Doch die Gefahr, deshalb von rollenden Blechkarawanen überholt zu werden, ist gering. In Deutschlands Innenstädten stehen die zumeist!

Dann schlägt die Stunde des Winzlings. Der Stop-and-go-Slalom bis in die erste Startreihe ist mit dem 56-Kilo-Flitzer eine spielerische Übung. Wer sich ganz nach vorne traut, sollte jedoch den Power-Modus aktiviert haben und bereit sein, mitzufußeln. Im Normalbetrieb legt der EC-03 nämlich nur verhalten los, es reicht für zirka 35 km/h. Dafür liegt die Reichweite dann bei 43 Kilometern, während Yamaha unter vollem Leistungseinsatz 20 Kilometer verspricht.

Und tatsächlich: Exakt nach 20,1 Kilometern war bei der MOTORRAD-Messfahrt umgehend Schluss. Man sollte die Ladestandsanzeige im Cockpit also ernst nehmen. Nach sieben Stunden an der Steckdose ist der EC-03 wieder einsatzbereit. Für die nächste Fahrt in die Innenstadt, die man gerne antritt. Keine Parkplatzsorgen und um einen herum lauter lächelnde Menschen. Die mögen den lautlosen Zwerg auf Anhieb.

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