Kreiselkräfte und ihre Wirkung Yamaha YZR-M1 MotoGP-Rennmaschine

Mit dem Bauprinzip der rückwärts laufenden Kurbelwelle nutzt Yamaha als einziger Hersteller in der MotoGP-Klasse die physikalischen Gesetze rotierender Massen zur Verbesserung von Handling und Beschleunigung.

Man kennt es von allen längs eingebauten Motoren, wie bei BMW und Moto Guzzi: Ein Gasstoß, und schwups, klappt die Fuhre zur Seite. Die Ursache: Das Reaktionsmoment der Schwungmassen kippt das Fahrzeug entgegengesetzt zur Drehrichtung der Kurbelwelle. Ähnliches passiert bei der Yamaha YZR-M1. Da die rückwärts drehende Kurbelwelle quer zur Fahrtrichtung eingebaut ist, zwingen die Kreiselkräfte das Motorrad vorn in die Knie, wirken also der Neigung zum Wheelie beim Beschleunigen entgegen und optimieren theoretisch somit die Sprintqualitäten. Noch massiver beeinflusst die Rotationsrichtung der Kurbelwelle das Handling der YZR-M1. Jedes rotierende Teil baut so genannte Kreiselkräfte auf, die es in seiner Rotationsebene halten wollen. Drehen sich zwei Wellen in entgegengesetzter Richtung, heben sich deren Kreiselkräfte im Idealfall komplett auf. Diesen Effekt nutzt Yamaha mit der rückwärts drehenden Kurbelwelle, welche die Kreiselkräfte der Räder zum Teil kompensiert. Das Resultat: Die Maschine lässt sich mit weniger Kraftaufwand in Schräglage bringen. Der Nachteil dabei: Die Yamaha ist bei einem Rutscher übers Vorderrad instabiler und kommt schneller zum Sturz.

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