KTM 1190 RC8

KTM steht für radikale sportliche Motorräder. Mit der 1190 RC8 stellen die Österreicher jetzt ihr erstes Superbike auf die Räder. Was man dem Motorrad weder ansieht noch zutraut, ist seine erstaunlich kommode, einer Genickstarre entgegenwirkende Sitzposition. Ja, tatsächlich, sie ist die bequemste der vier Kandidatinnen.

Das war’s dann allerdings schon mit den guten Manieren. Polternd und bebend schiebt der V-Zweizylinder mit mächtig Druck aus dem Drehzahlkeller voran, macht bei kleinen Gasgriffbewegungen gleich ganz große Sprünge. Berauschend die Kraftentfaltung, aus jeder Faser seiner Muskeln strömt pure Energie bis an die Drehzahlgrenze. Was einerseits mächtig beeindruckt, andererseits aber stören kann, weil die harte Gasannahme manch sauber angepeilte Linie vereitelt. Und in engen Kehren ruckelt der Twin heftig, als wolle er sich partout nicht zähmen lassen.

Als Alpenländler wissen die Österreicher eigentlich, wie man gute Fahrwerke baut. Ihr geringes Gewicht macht die RC8 handlich. Lenkpräzision und Stabilität erreichen dagegen nur das Niveau der Ducati, weil insbesondere hinten das Federbein zu hart abgestimmt ist. Bei scharfer Fahrweise bergab oder harter Beschleunigung bergauf bleibt das Rad nicht satt am Boden. So erfüllt die RC8 trotz kräftiger Bremsen nicht ganz die Erwartungen und muss sich mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen.

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