Tuning-KTM Limited Edition: ABP Racing-KTM 690 SMC

Das fahle Racing-Blau des Gulf-Ölkonzerns an der KTM 690 SMC polarisiert. Ausnahmslos Begeisterung löst dagegen der Motor mit seinem brachialen Punch aus.

Foto: jkuenstle.de

Das gewaltige Hämmern des Einzylinders dringt bis in die Haarspitzen. Damit bekundet die KTM 690 SMC schiere Power, die die schwäbische Tuning-Schmiede ABP Racing (www.abp-racing.de) in die feine Supermoto zauberte. Der satte Schlag des Eintopfs wirkt nie unangenehm, vielmehr massiert er Körper und Seele. Gleichzeitig vermittelt der Single die Gewissheit, bei Bedarf jederzeit die große Keule schwingen zu können. Das gilt außer bei der auf 68 PS gesteigerten Top-End-Power besonders für den Drehzahlkeller, in dem serienmäßige 690er erfahrungsgemäß schwächeln.

Sagenhafte 30 Prozent mehr Leistung und Drehmoment presst die Sumo um 4000/min herum auf den Asphalt. Aus engen Ecken heraus zieht die KTM fette Striche auf die Straße und geht auf Wunsch nahtlos zu wilden Wheelies über. Dabei liefert der Big-Bore-Einzylinder seinen Schmalz linear und gut dosierbar, der Dreh am Gasgriff bietet keine bösen Überraschungen, dafür liter-weise Adrenalin. Passend zum Punch ballert die babyblaue ABP-KTM ihren mächtigen, dumpf grollenden Bass aus dem Carbon-Auspuff. Pflügt man mit geöffneter Brause durch Tunnels, hallt das Donnern sekundenlang nach - geil! Doch Obacht: Bei Volllast sollten keine Sheriffs lauschen, trotz Zulassungsnummer am Endtopf drohen Gespräche der unangenehmen Art - der Sumo-Sound gleicht einem Hardrock-Konzert. Dass sie auch anders kann, zeigt die KTM bei mäßig geöffnetem Gasgriff und niedrigen Drehzahlen. Hier brummelt sie manierlich vor sich hin. Ein Top-Aggregat also, dessen einziger Makel darin besteht, im Leerlauf gelegentlich auszugehen. ABP-Inhaber Ralf Welzmüller beschwichtigt: „Das liegt an der Drosselklappe, die bei manchen Bikes ab und zu eingestellt werden muss.“

 

Größter Eingriff bei der Österreicherin ist die Erweiterung der Bohrung um zwei auf 104 Millimeter. Ein Kolben von CP jagt nun auf und ab und erhöht die Verdichtung auf 12,5:1. Dazu modifizierte der Tuner den Zylinderkopf, gestaltete die Airbox um, spendierte der Sumo einen Komplettauspuff und programmierte die Motorsteuerung neu - das war’s.


Optisch sticht die SMC außer durch ihre Farbe mit feinen Carbon-Applikationen auf den lackierten Flächen hervor. Fehlt nur noch etwas Klarlack darüber. Ein absolutes optisches wie technisches Highlight sind die Speichenfelgen aus Carbon. Sie sehen traumhaft aus und sind knapp 700 Gramm leichter als die Serienteile.

 

Genug der Infos, höchste Zeit für einen neuen Schuss Adrenalin!

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Foto: jkuenstle.de

Messwerte / Technische Daten

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Technische Daten


Antrieb
Einzylinder-Motor, 4 Ventile/Zylinder, 50 kW (68 PS) bei 7100/min*, 73,5 Nm bei 5800/min*, 680 cm3, Bohrung/Hub: 104,0/80,0 mm, Verdichtungsverhältnis: 12,5:1, Zünd-/Einspritzanlage, 46-mm-Drosselklappe, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbad-Anti-Hopping-Kupplung, Sechsganggetriebe, G-Kat

Fahrwerk

Stahl-Gitterrohrrahmen, Lenkkopfwinkel: 63 Grad, Nachlauf: 112 mm, Radstand: 1480 mm. Upside-down-Gabel, Ø Gabelinnenrohr: 48 mm, einstellbar in Zug- und Druckstufe, Zentralfederbein mit Umlenkung, einstellbar in Federbasis, Zug- und Druckstufe (High-/Lowspeed), Federweg v./h.: 275/265 mm


Räder und Bremsen

Carbon-Drahtspeichenräder, 3.5 x 17"/5.50 x 17", Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 160/60 ZR 17. Bereifung: Bridgestone BT 090, 320-mm-Einscheibenbremse mit Vierkolben-Festsattel vorn, 240-mm-Einscheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel hinten

Hinterradleistung im letzten Gang
63 PS bei 159 km/h**

Höchstgeschwindigkeit
zirka 190 km/h

Preis
Umbaukosten: zirka 5400 Euro


* Herstellerangabe,** PS-Messung

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