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Limited Edition Kodlin-Yamaha Vmax Unvernunft in Perfektion

Dieser radikale Umbau treibt den Puls in die Höhe: Weniger Gewicht, mehr Leistung und hochwertige Handarbeit eines Custombike-Profis machen aus einer Yamaha Vmax die Kodlin Kmax.

Die PS-Oktoberausgabe von 2011 hatte es unserem Leser Hofmann angetan, besonders der Vergleichstest mit der Yamaha Vmax. Unser damaliges Urteil: Eine Sportskanone wird die Vmax zwar nie, aber mehr Agilität sollte machbar sein. Hofmanns Ehrgeiz war geweckt, nun ging alles ganz schnell. Er kaufte eine gebrauchte Maschine und strippte das Bike mit einem befreundeten Mechaniker aufs Wesentliche. „Wir haben alles abgebaut, was man nicht unbedingt braucht“, sagt der stolze Besitzer, „und dann habe ich das Bike zu meinem Freund Fred Kodlin gebracht.“ Kodlin baut sicher mit die besten Custombikes der Welt, gewinnt regelmäßig Preise bei Bikeshows in den USA.

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Einzige Vorgabe: Alles muss TÜV-konform sein

Für den Umbau der Yamaha Vmax hat er freie Hand, bis auf ein paar Bedingungen: Das unförmige Heck muss weg, die Yamaha muss leichter werden und alles muss TÜV-konform sein.

Hofmann zeichnet einige Skizzen, und Kodlin macht sich ans Werk. Aus Aluminium fertigt der in Borken beheimatete Customizer alle benötigten Teile von Hand, darunter die Cockpitverkleidung, das Heck und den Tank für die Limited Edition Kodlin-Yamaha Vmax. Piekfein ausgeführte Schweißarbeiten überall zeugen vom Fachmann. Das neue Spritfass wandert unter die Schwinge und sorgt für einen tieferen Schwerpunkt. „Leider passte die Benzinpumpe jetzt nicht mehr in den flachen Tank, also habe ich eine Pumpe von S&S besorgt und dafür einen Aufnahmerahmen gefräst, damit wir die Pumpe liegend einbauen konnten“, berichtet Hofmann, der selbstständig im Werkzeugbau arbeitet.

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220 PS bringen die Reifen zum Qualmen

Fred Kodlin schweißt die gesamte Auspuff­anlage selbst und passt den Akrapovic-Endtopf an. Im unteren Drehzahlbereich liegt bei der Limited Edition Kodlin-Yamaha Vmax nun mehr Dampf an, aber oben raus hapert es noch etwas. Hofmann nimmt sich den Luftfilterkasten vor, vergrößert dessen Einlass um 50 Prozent, spendiert dem gewaltigen V4 einen Power Commander V sowie eine geflashte ECU mit offener Leistung in allen Gängen. Hat’s was gebracht? Ein Prüfstandslauf steht zwar noch aus, aber „ich schätze zwischen 210 und 220 PS dürfte sie jetzt haben“, freut sich der Besitzer.

In der Tat stürmt die Limited Edition Kodlin-Yamaha Vmax wie entfesselt voran, bietet in jeder Situation Druck bis zum Abwinken. Fast schon zu viel, denn wer es darauf anlegt, bringt in den unteren Gängen mit einem kurzen Dreh am Gas die Reifen zum qualmen. Das Steuergerät ist noch nicht perfekt abgestimmt, sonst hätte die PS-Testfahrt noch mehr Spaß gemacht.

Kodlin-Yamaha Vmax punktet mit besserer Fahrbarkeit

Ein Handling-Wunder ist die Yamaha Vmax natürlich immer noch nicht. Im Gegensatz zur Serie lenkt sie aber deutlich leichter ein und punktet mit viel besserer Fahrbarkeit – lange, schnelle Kurven sind ihr Ding. Dank Wilbers-Federbein und 20 Kilogramm weniger Gewicht pumpt das Heck kaum noch, mit den Lenkerstummeln von ABM kommt mehr Druck auf die Vorderachse – für noch bessere Beschleunigung. Stahlflexleitungen vorn und hinten sowie eine radiale Bremspumpe von Brembo sorgen für mehr Biss, für den das Serienbike nicht gerade bekannt war.

Über die Kosten des Umbaus schweigt sich der Vmax-Fan aus: „Bei so einem Projekt rechnet man nicht immer rational und lässt sich mehr vom Gefühl leiten. Die ganzen Schweißarbeiten von Fred und die Lackierung von Sinnwell haben für mich aber auch einen künstlerischen Wert.“ Die rund 300 Stunden Arbeit haben sich definitv gelohnt, die Vmax ist handwerklich perfekt gefertigt und herrlich unvernünftig.

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