Limited Edition Moto Guzzi MGS-01 Corsa Serien Moto Guzzi für die Rennstrecke

Eine Serien-Guzzi nur für die Renne? Jawohl! Als einziges Bike des Herstellers darf die MGS-01 Corsa ausschließlich auf abgesperrter Strecke toben. PS griff sich einen der feurigen Racer.

Foto:jkuenstle.de

Geplant war alles ganz anders. Ursprünglich als sportliches Straßenbike konzipiert, stop-pte der Piaggio-Konzern das Projekt MGS-01, als er 2004 die kränkelnde Traditionsmarke Moto Guzzi schluckte. Zu sportlich, zu extrem, zu teuer: Mit Aprilia führte Piaggio bereits eine Marke, die das exklusive Sportsegment bediente. Was tun? Zu weit fortgeschritten war die Entwicklung der Maschine, um das Projekt komplett einzustellen. Die Lösung: Die neuen Bosse ließen einfach die Homologation aus  und boten sie als MGS-01 Corsa ausschließlich für den Rennstreckengebrauch an.

Bis heute wurden weltweit zirka 120 Stück des 26 000 Euro teuren Renners verkauft. Laut einem Firmensprecher bullern rund 40 davon in Deutschland. Eine davon steht nun vor uns. Sie stammt vom schwäbischen Guzzi-Spezialisten Roland Däs (www.daes-mototec.de) und erfreut die Augen des sportbegeisterten Betrachters mit für Guzzi untypischen Details: Termignoni-Underseat-Racing-auspuff, Rennhöcker mit Startnummernfeld, riesige Kohlefaser-Airbox, polierte Zweiarmschwinge, geschmiedete OZ-Räder, Öhlins-Federelemente, radial verschraubte Brembo-Sättel und eine knappe, wunderschön gezeichnete Halbschalenverkleidung. Und schließlich das Trumm von Motor, der seine beiden Zylinder weit nach außen und oben streckt.

Die größten Rennerfolge feierte die MGS-01 unter Gianfranco Guareschi, der mit ihr bei der Daytona Bike Week in Florida 2006 und 2007 die Rennen zur amerikanischen BOT-Meisterschaft gewann. Außerdem sicherte sich Guareschi mit der Racing-Guzzi 2007 die italienische Super-Twin-Meisterschaft.

Der Antrieb der Däs-MGS-01 birgt eine Besonderheit. Statt serienmäßiger 1225 Kubikzentimeter steckt in ihm ein Big-Bore-Kit, der den Hubraum auf 1279 Kubik aufbläst. Der Tuner vergrößerte die Bohrung und implantierte dem Triebwerk statt standardmäßiger 100er-Kolben Pendants mit 102,2 Millimetern Durchmesser. „Schon die Serienmotoren stehen gut im Futter“, erklärt Däs. „Obwohl sie mit 128 PS angegeben sind, leisten sie bis zu 131 PS. Die Hubraumerweiterung bringt weitere sechs bis sieben PS.“ Zwar haut einen diese Leistung heute nicht mehr wirklich aus den Socken, dennoch ist die Ausbeute nicht schlecht für ein luftgekühltes Aggregat, das in seinen Grundzügen aus den frühen Neunzigern stammt. Damals befeuerte es die Daytona 1000. Dass das Basis-Triebwerk noch heute im Einsatz sein würde, hielt damals vermutlich niemand für möglich. Geplant war es ja auch nicht.


Techische Daten

Antrieb 

Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, 4 Ventile/Zylinder, 100 kW (136 PS) bei 8000/min*, 118 Nm bei 6200/min*, 1279 cm3, Bohrung/Hub: 102,2/78,0 mm, Verdichtungsverhältnis: 11,6:1, Zünd-/Einspritz-anlage, 50-mm-Drosselklappen, hydraulisch betätigte Zweischeiben-Trocken-kupplung, Sechsgang-getriebe, Kardan
Fahrwerk 
Stahl-Zentralrohrrahmen, Lenkkopf-winkel: 66,0 Grad, Nachlauf: 97 mm, Radstand: 1450 mm. Upside-down-Gabel, Ø Gabelinnenrohr: 43 mm, einstellbar in Federbasis, Zug- und Druckstufe. Zentralfederbein mit Umlenkung, einstellbar in Federbasis, Zug- und Druckstufe, Federweg v./h.: 120/125 mm
Räder und Bremsen 
Leichtmetall-Schmiede räder, 3.50 x 17“/5,50 x 17“, Reifen vorn: 120/70 R 17, hinten: 180/55  R 17. Bereifung: Pirelli-Slicks Diablo Superbike, 320-mm-Doppelscheibenbremse mit radial verschraubten Vierkolben-Festsätteln vorn, 220-mm-Einzel-scheibe mit Zweikolben-Festsattel hinten
Gewicht  Fahrfertig ohne Benzin 194 kg
Preis  Basis-Fahrzeug: 26 000 Euro, Big-Bore-Kit: zirka 1500 Euro

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