Tuning: März Duacti Hypermotard Getunte Supermoto von Duacti

200 PS sind toll. Auf der Autobahn. Ein Landstraßenbrenner braucht aber Druck von unten. Das sah auch Ronald März so und verpasste einer Hypermotard deshalb statt eines Turbos einen Kompressor. Mit Erfolg.

Foto: fact

Meistens genügt es, nur seinen Namen zu erwähnen, und man erntet ein ehrfürchtiges Raunen, leises Pfeifen durch die Zähne, ein anerkennendes Kopfnicken: Kompressor!
Da schwingt immer ein wenig die Aura bis an die Zähne getunter Hochleistungsmotoren mit. Und so ein Ding ausgerechnet mit einem simplen, zweiventiligen, luftgekühlten Ducati-Twin kombiniert? Genau!

Ronald März aus Ettlingen sah in der Ducati Hypermotard das passende Objekt für einen mechanischen Lader. Denn pure Spitzenleistung bei hohen Drehzahlen ist ja gut und schön, aber in erster Linie etwas für die Rennstrecke. Ein echter Kurvenräuber braucht auf der Landstraße dagegen vor allem eines: Druck, von unten, in der Mitte, schlicht immer und überall. Für souveränen Antritt in allen Lebenslagen. Und genau damit pumpt der Schraubenkompressor, der vom australischen Ducati-Spezialisten Vee Two stammt, den Ducati-Twin voll bis zum Bersten.

Dabei übt sich die aufgeladene Duc äußerlich wie akustisch in vornehmer Zurückhaltung. Der per Riemen angetriebene Lader verbirgt sich dezent hinter einer feinen Kohlefaser-Abdeckung.

Beim Starten und im Leerlauf benimmt sich die Hypermotard völlig unauffällig. Nur ein leises Pfeifen von Riemen und Lader deutet beim Anfahren darauf hin, dass da noch was kommt. Eine saftige Überraschung nämlich, die man bereits bei 2000/min erleben kann. Man muss nur den Gashahn aufziehen. Einen winzigen Moment nimmt sich der Lader Zeit, bis er Ladedruck aufgebaut hat. Und dann schiebt die Duc mit ungeahntem Nachdruck voran. Immer begleitet vom leisen Pfeifen des Zahnriemens. Es ist wie eine gigantische Woge, die einen mitreißt.

Gewaltig, unaufhaltsam. Werden die Drosselklappen voll auf Durchzug gestellt, bläst der Twin die Backen auf, als hätte er zwei Liter Hubraum. Dabei ist es weniger die 20 PS höhere Spitzenleistung. Die ist auf der Landstraße von untergeordneter Bedeutung. Es ist diese gigantische Drehmoment-Woge, die den Fahrer davonreißt. Bei 3000/min liegen bereits 95 Newtonmeter an, 35 Prozent mehr als in der Serie. Der Drehmoment-Berg türmt sich zu beeindruckenden 118 Nm auf. In der Praxis fühlt sich das an wie ein Dammbruch, der den Fahrer wegspült. Dabei wird die Ducati nicht laut, niemals.

Gerade die Kombination aus absolut dezenter Geräuschkulisse und kolossalem Schub verleiht der ganzen Sache etwas Souveränes, Erhabenes. Und ganz nebenbei verhilft es der Hypermotard zu einer solchen Durchzugskraft, dass selbst die gepimpte B-King aus dieser Geschichte nicht an ihr vorbeikommt.

Es ist eine Lust, aus der Kurve herauszuschnalzen, den kurzen, knackigen Zwischensprint zu zelebrieren. Oder einfach drängelnde Sportler im Rückspiegel mit einem lässigen Dreh des Handgelenks im Rückspiegel immer kleiner werden zu lassen. Ganz ohne hektisches Rühren im Getriebe oder plärrend hohe Drehzahlen. Einfach so. Genau das also, was man für flottes Kurven-Surfen braucht. Und das in Verbindung mit der entspannten Sitz-position - herrlich.

Störend ist allein der schwergängige Gasgriff, was sich laut März jedoch noch etwas mildern lässt. Dafür aber hat die Ducati durch den Lader deutlich an Laufkultur gewonnen. So ist es kein Problem, ihr kurz nach dem Ortsende bereits den sechsten Gang zu servieren. Bereits knapp über 2000/min läuft die Druck-Duc rund und liefert mit sanfter Gasannahme famosen Antritt beim Gasaufziehen statt des sattsam bekannten Geruckels.

„Ja und, ist das alles?“, werden jetzt die Leistungsfetischisten fragen. Ginge da nicht noch mehr? Doch, schon. Viel mehr sogar. Gut 40 PS wären laut Ronald März mit mehr Ladedruck ebenso machbar. Aber das würde drastisch auf Kosten der Haltbarkeit gehen. Denn durch die unter Druck verabreichte zusätzliche Luft wird mehr Gemisch in die Brennräume geschaufelt. Und das erhöht Wirkungsgrad und Leistung. Allerdings steigt dadurch auch die mechanische und thermische Belastung des Triebwerks. Deshalb belässt es März bei moderaten 0,4 bar Ladedruck. Dafür gibt es TÜV und Euro3 dazu - wenngleich nur für die Baujahre bis 2009. Ganz billig allerdings ist der Spaß nicht. Aber ausgefallene Lösungen waren das ja noch nie.

Anzeige
Foto: fact

Umbaumaßnahmen/Fahrleistungen

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
Beschleunigung
0-100 km/h 3,6 sek
0-140 km/h 5,8 sek
0-200 km/h 12,3 sek
Durchzug
60-100 km/h 3,4 sek
100-140 km/h 3,3 sek
140-180 km/h 3,9 sek

Umbaumaßnahmen

  • Vee Two-Kompressor-Kit 3990 Euro
  • Einbau (8 Arbeitsstunden) ca. 600 Euro


Anbieter
MÄRZ Motorradhandel GmbH, 76275 Ettlingen, Tel. 0 72 43/59 30-13, www.maerz.biz, info@maerz.biz

Anzeige

Leistung1

1Leistung an der Kurbelwelle; Messungen auf dem
Dynojet-Rollenprüfstand 250, korrigiert nach 95/1/EG, maximal mögliche Abweichung ± 5 %
Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
Beschleunigung
0-100 km/h 3,6 sek
0-140 km/h 5,8 sek
0-200 km/h 12,3 sekDurchzug60-100 km/h 3,4 sek
100-140 km/h 3,3 sek
140-180 km/h 3,9 sek
MOTORRAD-Messwerte

Vee Two-Kompressor-Kit 3990 EuroEinbau (8 Arbeitsstunden)
ca. 600 EuroMÄRZ Motorradhandel GmbH,
76275 Ettlingen, Tel. 0 72 43/59 30-13,
www.maerz.biz, info@maerz.biz

Anbieter
Umbaumaßnahmen

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel