Mission (Im)possible? Brudeli 625 L Dreirad

Fahrdynamisch waren Dreiradkonstruktionen bislang näher am Auto. Der Brudeli Leaner eröffnet neue Perspektiven.

Die Schwierigkeit bei der Entwicklung des Leaners bestand darin,
dass beide Vorderräder mit dem Fahrzeug in Schräglage schwenken, ohne dass die Federung beeinträchtigt wird. Dieses Problem hat das Team
um Geir Brudeli durch eine patentierte Kinematik gelöst.
Die Lenkkräfte werden über ein Gestänge direkt auf einen Doppel-Lenk-
hebel (Bild 1) geführt, der die Bewegung über Spurstangen an die Räder überträgt. Die Radführung erfolgt über klassische Doppel-Querlenker
(Bild 2) wie im Automobilbau. Das besondere an der Konstruktion: Beide
Vorderräder können sowohl geneigt als auch um die Lenkachse gedreht
werden. Der maximale Neigungswinkel (Schräglage) kann durch einen
Bolzen, der vierfach über Bohrungen arretiert wird (Pfeil, Bild 3), je nach
Bodenbeschaffenheiten zwischen 25 bis 45 Grad begrenzt werden. Die
einstellbaren Federbeine stützen sich an der unteren Strebe der Querlenker ab. Diverse Bohrungen an den oberen Befestigungspunkten ermöglichen
es, die Federbeine in der Höhe zu versetzen, um die Bodenfreiheit zu ver-
größern (Pfeile, Bild 3). Geht das Fahrzeug in Schräglage, bleiben sowohl
die Trittbretter als auch die Federbeinaufnahme nahezu in der Horizontalen (siehe großes Foto).
Der Rahmen ist eine Eigenkonstruktion aus hochfestem Stahl. Lediglich
Lenkkopfbereich und Schwingenaufnahme stammen vom KTM-Rahmen.
Geir Brudeli arbeitet derzeit an einem Schaltsystem, das am Lenker montiert wird. So erledigt sich in der Serie ein Manko, das das Fahren mit dem
Prototyp etwas umständlich gestaltete: Für Gangwechsel musste der Fuß
von den Trittbrettern genommen und auf die Raste gesetzt werden.

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