Moto Guzzi Nevada 750 Der Mitläufer

Ja, es gibt sie noch, sogar mit etwas Modellpflege: Die einfach zu fahrende Nevada hält bei Guzzi die Fahne der Softchopper hoch.

Foto: Moto Guzzi
Vom ersten Blick darf man sich nicht täuschen lassen. Klar erinnert die Nevada an japanische Softchopper aus den 80ern. An eine Motorradgattung also, die wohl zu Recht in der Versenkung verschwunden ist.

Die Insignien der Italo-Braut jedenfalls erinnern ziemlich an die Viragos und LTDs, Customs und Specials: Peinliche Lufthutzen aus verchromtem Plastik, Hischgeweih-Lenker, Stufensitzbank und unentschlossene Sitzposition etwa. Man hockt irgendwo zwischen relaxed und gewollt, aber nicht gekonnt. Auf der anderen Seite hat das sogar was: Für Sightseeing-Touren taugt die aufrechte Haltung des Oberkörpers ideal.Insofern trägt die einfach so im Programm mitlaufende Nevada ita-lienisches Dolce Vita in sich. Ein Motorrad für Leute, die einfach nur einen fahrbaren Untersatz wollen, denen ein noch praktischerer Großroller aber zu wenig Stil oder Dampf hat.

Nun sind zwar 48 PS und 55 Newtonmeter eine ziemlich bescheidene Ausbeute für eine 750er. Allerdings müssen sie hier, ganz chopper-untypisch, nur rund vier Zentner anschieben: Moto Guzzi nennt 198 Kilogramm als fahrfertiges Gewicht, den wenig voluminösen 14-Liter-Tropfen-Tank vollgefüllt inklusive. Auf ihren schmalen Reifen rollt die Nevada viel quirliger, handlicher und berechenbarer als alles echte Schwermetall. Vorn rotiert ein 110/90-18er, hinten ein 130er-16-Zöller. Neu beim Modelljahr 2009: die Auspuffanlage mit den nun tief platzierten Schalldämpfern. Die Endtöpfe sind ein Erbgut der V7 Classic. Ferner präsentieren sich die Instrumente modifiziert. Dazu gibt es neue Farben: Neben dem gezeigten modischen Weiß klassisches Bordeaux-Rot. Entfallen ist der Namenszusatz „Classic, der Preis wurde leicht erhöht auf 8390 Euro inklusive Nebenkosten.

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