Neuheiten: Erlkönig Aprilia Tuono V4 Aprilia Tuono V4

Es donnert wieder bei Aprilia: Das extreme Naked Bike Tuono, zu deutsch Donner, verabschiedet sich vom alten V2-Motor und wechselt zum potenten Vier-zylinder der RSV4. Die Ingenieure arbeiten bereits eifrig am Prototyp – und ließen sich erwischen.

Foto: Fermino Fraternali

Es waren emsige Tage für Italiens Erlkönigjäger: Erst hetzten sie Ende Juli in die Toskana zur GP-Rennstrecke Mugello, wo die Aprilia-Testfahrer gerade ihren brandneuen Prototypen um den Kurs scheuchten. Wer das supersportliche, noch geheime Naked Bike dort nicht ordent-lich vor die Linse bekam, eilte ein paar Tage später nach Misano an der Adria, denn inzwischen hatte Aprilias Testzirkus an die-ser Piste Quartier bezogen.

Knackscharf lässt sich nun auf den Bildern die Tuono V4 bewundern – oder zumindest ein Versuchsstadium. Bei dem Motorrad, das die Aprilia-Entwickler in Mugello und Misano erprobten, handelt es sich im Grunde um eine gestrippte Version des Supersportlers RSV4. Die Unterschiede sind schnell aufgezählt: keine Öhlins-Federelemente und keine Verkleidung, dafür ein breiter Lenker und eine Minischale um den Scheinwerfer, der von der hauseigenen 750er-Enduro Dorsoduro stammt.

Dass sich die Tester bei ihren Erprobungen gleich auf zwei schnellen Grand Prix-Pisten tummelten, ist kein Zufall. Das erklärte Ziel von Aprilias Entwicklungsabteilung: nicht mehr und nicht weniger als das schnellste Naked Bike für die Rennstrecke zu schaffen. Was bedeutet, dass die von MOTORRAD gemessenen 179 PS des RSV4-Antriebs in der künftigen Tuono nur minimal gedrosselt werden. Mehr Drehmoment im Keller als der Supersportler soll das Naked Bike aber schon mitbringen, weshalb die Aprilia-Techniker derzeit mit unterschiedlichen Mappings und Steuerzeiten experimentieren. Weil sie dabei stets auf die landeseigene Konkurrenz schielen, also auf die Streetfighter von Ducati mit ihren 155 PS, dürfte es bei der Tuono V4 auf etwa 165 bis 170 PS hinauslaufen.
Gleichzeitig wollen die Aprilia-Ingenieu-re die neue Tuono handlich und auf normalen Straßen fahrbar machen, genau wie ihre Vorgängerin. Offizielle Stellungnahmen zu den Tests in Misano und Mugello gibt es selbstredend nicht; bestätigt wurde aber immerhin, dass es die Tuono V4 gibt und an ihr gearbeitet wird.

Dem Vernehmen nach waren die Verantwortlichen mit dem ersten Rennstreckenauftritt des Prototypen allerdings nicht rundum zufrieden. Zu bissig, zu ungestüm und schwer in den Griff zu kriegen gab sich offenbar die Frühversion der Tuono V4, weshalb nun auch andere Varianten entwickelt werden. Dass die neue Tuono bereits auf der Mailänder Messe im November steht, gilt daher als unwahrscheinlich. Doch dafür dürften demnächst weitere Prototypen den Erlkönigjägern wieder emsige Tage bescheren.

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Foto: Fraternali

Neu 2010: Aprilia Tuono V4

Die Naked-Version des Supersportlers RSV4 dürfte noch etwas auf sich warten lassen und kommt frühestens im zweiten Halbjahr 2010. Auf der Messe in Mailand zeigt Aprilia die Shiver 1200 und/oder die Dorsoduro 1200 mit Zweizylindermotor Daten:
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertaktmotor, Bohrung/Hub 78,0 x 52,3 mm, 1000 cm³, Leistung und Drehmoment k. A., Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, Zentralfederbein, Doppelscheibenbremse vorn, Scheibenbremse hinten, Gewicht voraussichtlich unter 200 kg.

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