Neuheiten MV Agusta F4 1000 R

Kann, darf und muss man gar eine Design-Ikone wie die MV Agusta F4 überarbeiten? Drei Mal ja -vor allem, wenn das Ergebnis so begeisternd aussieht wie die neue MV Agusta F4.

Foto: MV Agusta

Wat mutt, dat mutt

Sie war das Highlight der Mailänder Messe 1997, der absolute Hammer. Die Fans verdrehten verklärt die Augen, selbst manch abgebrühtem Journalisten fiel das Kinn herunter, als Firmenboss Claudio Castiglioni das Tuch lüftete und eine unglaublich elegante Supersportmaschine zum Vorschein kam. Entworfen wurde die MV Agusta F4 vom Meister aller Formen, Massimo Tamburini. Wie die ebenfalls aus seiner Feder stammende Ducati 916 ein epochales Kunstwerk, Design für die Ewigkeit.

Aber es hilft ja nichts, auch wenn das Design zeitlos ist, die Technik hat besonders im Supersport-Segment nur eine begrenzte Halbwertzeit. Also brauchte die in die Jahre gekommene F4 eine wesentliche technische Überarbeitung, um beim Kampf um Zehntelsekunden mit der Konkurrenz mithalten zu können. Und sie brauchte ein mildes Facelift, das die einzigartige Gestalt nicht zerstört und trotzdem den aktuellen Zeitgeist in der Formensprache aufnimmt.

Tamburini und MV gehen mittlerweile getrennte Wege, also machten sich die derzeitigen MV-Hausdesigner Adrian Morton und Fabio Orlandi gemeinsam mit Techniker Paolo Bianchi ans Werk. Dabei blieb kein Stein auf dem anderen. Der Motor wurde von Grund auf revidiert, wobei es nicht nur um Leis- tung, sondern auch um Standfestigkeit ging. Sicher hat gerade in diesem Punkt der aktuelle Mutterkonzern Harley-Davidson jede Menge Knowhow eingebracht. Eine klare Ansage ist der nun auf einen Liter fixierte Hubraum. Man will keinen Extrabonus wie bei der 1078er, sondern sich mit gleichen Waffen der Konkurrenz stellen.
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Foto: Hersteller

Um die japanische Vierzylinderriege in Sachen Performance im Griff zu halten, wurden alle Register gezogen. Der Radial-Vierventiler hat das gleiche Bohrung-Hub-Verhältnis wie der bisherige 1000er, bekam variable Ansauglängen, doppelte Einspritzdüsen, eine Auspuffklappe, eine Anti-Hopping-Kupplung sowie ein leistungsfähigeres Motormanagement, das eine achtstufige Traktionskontrolle und zwischen Sport- und Regenmodus umschaltbare Mappings beinhaltet. Die bei unverändertem Radstand um 20 Millimeter verlängerte Schwinge soll helfen, die Power auf den Boden zu bringen.

Außerdem musste die F4 abspecken. An allen Ecken und Enden purzelten die Kilos, insgesamt proklamiert MV eine Reduktion um zehn Kilogramm. Das Trockengewicht beträgt nun nominell 192 Kilogramm. Der Motor verlor knapp drei, die neue Schwinge, der Tank und die Räder jeweils 1,2 Kilogramm, die Verkleidung sogar volle drei. Auch optisch präsentiert sich die MV schlanker, straffer und knackiger. Die wohlgeformten Rundungen blieben erhalten, die Taille wurde aber noch schlanker. Und der Fahrer wird nun weiter vorn platziert, womit das Handling die heute geforderte Schärfe erhalten dürfte.

Ein völlig neues Motorrad also, dessen Verpackung trotzdem vertraut erscheint. Weitere Details zu der aufregenden Italo-Schönheit folgen demnächst in MOTORRAD.

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Foto: Hersteller

Technische Daten

Reihen-Vierzylindermotor, Bohrung/Hub 76/55 mm, 998 cm³, Leistung 137 kW (186 PS) bei 12900/min, Drehmoment 114 Nm bei 9600/min, Verbund-rahmen Stahl/Alu, Upsidedown-Gabel, Ø 50 mm, Einarmschwinge, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 210 mm, Radstand 1430 mm, Tankinhalt 17 Liter, Trockengewicht 192 kg, Preis 18500 Euro

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