Neuheiten: Yamaha Die Neue Yamaha FZ8

Was macht ein Hersteller, wenn er ein Motorrad braucht, das so kräftig durchzieht, wie es seine 600er nie konnte, und so handlich und günstig ist, wie es die 1000er nie war? Er geht genau dazwischen und baut eine 800er.

Foto: Yamaha
Yamaha FZ6, Suzuki GSR 600, Honda Hornet 600 - der japanische Masterplan eines halb- oder un-verkleideten Motorrads der oberen Mittelklasse basiert auf der Fortschreibung der 600er-Supersportler in anderer Ausführung. Ständige rennsportlich motivierte Weiterentwicklung sorgt für bewährte Motoren und Komponenten, die mit weniger Leis-tung und den geringeren Anforderungen des reinen Straßenverkehrs unkaputtbar und prächtig vor sich hin funktionieren.

Doch Kawasaki setzt seit 2004 auf die Z 750 mit mehr Hubraum, Leistung und Drehmoment. Und als dann noch nichtjapanische Rebellen wie die Triumph Street Triple oder BMW F 800 S und R mit lässig entfalteter Durchzugskraft vorbeizogen, hatte Yamaha genug und schuf die FZ8. Als Basis dient ihr die feine FZ1, deren 1000er-Vierzylinder mit unverändertem Hub, aber neun Millimeter weniger Bohrung und natürlich einem neuen Zylinderkopf ganz neue Charaktermerkmale an-erzogen bekommt. Der Papierform nach entwickelt er bei geringerer Drehzahl mehr Drehmoment als die Kawa Z 750, in der Spitzenleistung zieht er bei abermals geringerer Drehzahl gleich.

Die Kurbelwellen des FZ8- und des FZ1-Motors haben den gleichen Hub, die gleichen Lagermaße und sind gleich breit. So kann das FZ1-Motorengehäuse übernommen werden. Trotzdem sind die Kurbelwellen nicht baugleich; die FZ8-Welle ist 2,5 kg leichter als die des 1000ers. Vom Getriebe der FZ1 wurden der Primärtrieb und die Gänge zwei bis sechs beibehalten, der Sekundärtrieb und der erste Gang sind jetzt kürzer übersetzt. Wie ein provi-sorisches Gangdiagramm zeigt, ergibt sich eine gleichmäßige Stufung.
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Die enge Verwandtschaft der FZ-Schwestern hört beim Antrieb nicht auf - Rahmen und Schwinge wurden komplett übernommen. Das bestätigen der Augenschein und der Vergleich der Daten: Lenkkopfwinkel, Nachlauf, Radstand, Federwege - alles identisch. Nur Hinterrad und -reifen der FZ8 sind schmaler; statt eines 190/50ers auf einer 6-Zoll-Felge trägt sie einen handlingfreundlichen 180/55er-Pneu auf 5,5 Zoll.

In Deutschland werden die nackte FZ8 und die halbverkleidete Fazer8 ausschließlich mit ABS angeboten. Sie kosten 8495 und 8795 Euro plus Nebenkosten. Dafür lässt sich ertragen, dass die 800er aufs Exup-System verzichten muss, nur einfache Federelemente und einen schlichten Schalldämpfer erhielt. Denn davon abgesehen ist sie hochwertig ausgestattet mit ihren Edelstahl-Krümmern und ein-teiligen Bremszangen.

Technische Daten:

Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, Bohrung/Hub 68/53,6 mm, 779 cm³, 78 kW (106 PS) bei 10000/min, 82 Nm bei 8000/min, Leichtmetall-Brückenrahmen, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 310 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 267 mm, Sitzhöhe 815 mm, Gewicht 216 kg (Fazer8 220 kg), Preis 8495 Euro (Fazer8 8795 Euro) plus Nebenkosten

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