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Stadtkind: Im Gewusel fühlt sich der New Liberty am wohlsten.

Piaggio New Liberty 125 im Test Hurra, ich bin erwachsen!

Seit mittlerweile 18 Jahren ist der Liberty im Programm von Piaggio zu finden. Nun hat er die Volljährigkeit erreicht und einen neuen Namen bekommen: Piaggio New Liberty 125. Wir haben ihn getestet.

Seit mittlerweile 18 Jahren ist der Liberty im Programm von Piaggio zu finden. Ob der Name Liberty (Freiheit) daher rührt, dass er dem Freund der Marke die Freiheit lässt, nicht zwingend eine Vespa kaufen zu müssen, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall ist er mit mehr als 900.000 verkauften Einheiten eine der größeren Stützen im Portfolio der Italiener. Nun ist er also erwachsen geworden. Wobei, erwachsen war er schon immer. Die Volljährigkeit hat er erreicht, und zu diesem Anlass hat er neben einem neuen Outfit auch einen neuen Namen bekommen, New Liberty eben.

Auch der Neue ist sofort als Liberty zu erkennen, erst im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell wird klar, dass äußerlich kein Stein auf dem anderen blieb. Rundherum wurden die Linien gestrafft und das Make-up nachgezogen. Die integrierten Blinker sind schlanker geworden und bieten obendrein den derzeit voll angesagten LED-Positionsleuchten ein gemütliches Zuhause. Und die Blende dazwischen, Piaggio-intern Krawatte genannt, erstrahlt in chromigem Glanz. Die neu gestalteten Gussräder sind deutlich filigraner.

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Piaggio New Liberty 125 mit ABS vorne

Ebenso hat sich unter dem Plastik einiges getan. So verzögert der neue Piaggio New Liberty 125 zumindest vorne ABS-geregelt, die hintere Seilzug-betätigte Trommel kommt ohne aus. Wobei zumindest beim zugegebenermaßen jungfräulichen Testfahrzeug das Hinterrad auch ohne die Hilfe kaum zum Blockieren zu bekommen war. Ebenso zeigte sich die vordere Scheibe arg zahnlos. Das dürfte sich aber erfahrungsgemäß mit zunehmender Laufleistung bessern.

Auch beim Antrieb des vollständig in Vietnam gefertigten Piaggio New Liberty 125 wurde heftig renoviert. So wurde zum Beispiel die Massenträgheit der Kurbelwelle um 24 Prozent erhöht, um den Motor weicher laufen zu lassen. Diese und viele andere Modifikationen dienen primär der Erhöhung der Laufkultur und der Senkung des Verbrauchs. Laut Piaggio soll unter optimalen Bedingungen durchaus eine Eins vor dem Komma zu lesen sein.

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Emotionslos, aber effizient

Diese gab es bei der ersten Probefahrt nicht, und so durfte heftig am Kabel gezogen werden. Und in der Tat: Der luftgekühlte und per Einspritzung gefütterte Dreiventiler, iGet genannt, ist ein kultivierter Zeitgenosse geworden, der ganz auf die Anforderungen in seinem natürlichen Habitat, der Großstadt, optimiert wurde. An der Ampel zieht der Piaggio New Liberty 125 für seine knapp 11 PS flott und ohne die übliche Anfahrverzögerung los. Spätestens ab 60 km/h erlahmt der Vortrieb spürbar, zum Mitschwimmen auf der Stadtautobahn reicht es aber. Das Fahrwerk ist nicht weiter erwähnenswert, es erfüllt seine Aufgabe. Nicht mehr und nicht weniger.

Nicht ohne Stolz wiesen die Entwickler auf den Umstand hin, dass es ihnen gelungen sei, das Volumen des Helmfachs um über 30 Prozent auf jetzt 17 Liter Inhalt zu erhöhen. Dennoch passen bestenfalls kleine Integralhelme hinein. Zum Ausgleich gibt es ein verschließbares Fach im Beinschild, eine Steckdose indes sucht man vergebens. Ebenso einen Seitenständer.

Letztendlich ist auch der neue Piaggio New Liberty 125 geblieben, was er immer schon war: ein weitgehend und im besten Sinne emotionsloses, dafür aber effizientes und preisgünstiges Transportmittel für den täglichen Mobilitätsbedarf in urbanem Gelände. Der Piaggio-Händler gibt ihn für 2460 Euro in Weiß, Blau oder Braun heraus.

Foto: Piaggio
Piaggio New Liberty 125.
Piaggio New Liberty 125.

Daten Piaggio New Liberty 125

Motor

  • Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor
  • eine obenliegende, kettengetriebene Nockenwelle
  • drei Ventile
  • Einspritzung
  • geregelter Katalysator
  • stufenlose Riemen-Automatik
  • Bohrung x Hub: 52,0 x 58,6 mm 
  • Hubraum: 124 cm³
  • Nennleistung: 8,0 kW (10,9 PS) bei 7500/min
  • Max. Drehmoment: 10,7 Nm bei 6000/min

 

Fahrwerk

  • Rohrrahmen aus Stahl
  • Telegabel
  • ein ­Federbein
  • Federweg vorne/hinten 76/75 mm
  • Scheibenbremse vorn, Ø 240 mm
  • Doppelkolben-Schwimmsattel
  • Trommelbremse hinten, Ø 140 mm
  • Einkanal-ABS am Vorderrad
  • Alu-Gussräder: 2.15 x 16; 2.50 x 14
  • Reifen: 90/80-16; 100/80-14

 

Maße und Gewichte

  • Radstand 1340 mm
  • Sitzhöhe 790 mm
  • Gewicht vollgetankt zirka 130 kg
  • Zuladung zirka 160 kg
  • Tank­inhalt 6,0 Liter
  • Garantie: zwei Jahre
  • Farben: Blau, Braun, Weiß
  • Preis inkl. Nebenkosten: 2460 Euro

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