Auf Platz 5 der Traumbike-Wahl 2014: die KTM 1290 Super Duke R. Somit wird sie auch auf der Intermot 2014 bei uns ausgestellt sein.

KTM 1290 Super Duke R Traumbike-Wahl 2014: Platz 5

Es ist noch gar nicht so lange her, da sorgten ruppige KTM-Bikes eher für Alb- als für Wunschträume. Doch mittlerweile verbinden die Österreicher hochattraktive Konzepte mit kultivierter Technik – zum Beispiel bei der neuen KTM 1290 Super Duke R.

Ein paar Sekunden lang brüllt der V2-Motor aus der kaum gedämpften Auspuffanlage. Danach: Totenstille – bis zaghafter Applaus die Ruhe unterbricht. Erst zögerlich, bald darauf euphorisch. Standing Ovations für den Prototyp der neuen KTM  Super Duke auf der INTERMOT des Jahres 2012. Ein Einstand, wie ihn die Österreicher für dieses Bike nicht passender hätten inszenieren können. Extrovertiert und spektakulär. Genauso wie die KTM 1290 Super Duke R, die 15 Monate später vom Band rollt. Von der Radikalität des Demo-Bikes hat die Serienmaschine wenig eingebüßt. Der hoch aufragende Tank gleicht
einem Stiernacken, die tief angesetzte Lampeneinheit suggeriert eine geduckte Raubkatze, die kantige Kühlerverkleidung vermittelt Aggression – und die technischen Daten versprechen Superlative. 180 PS Spitzenleistung, 204 Kilogramm vollgetankt, 290 km/h Spitzengeschwindigkeit. Kein Naked Bike ist stärker, keines schneller und kaum eines in dieser Liga leichter.

Dass die spektakulären Prognosen von den MOTORRAD-Tests später wieder etwas korrigiert wurden (172 PS, 272 km/h und 213 kg), bedeutet für die Fans kaum mehr als einen Schönheitsfehler. Wohl auch deshalb, weil das „Biest“, wie die Werbestrategen die KTM 1290 Super Duke R verheißungsvoll titulierten, sich im wirklichen Leben als gut situierter Sportsfreund entpuppte. Allein dieser Motor.

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Geglückter Spagat zwischen Emotion und Vernunft

Wer hätte von dem in seinen Anfängen so ruppigen V2 des Supersportlers RC8 R solche guten Manieren erwartet? Noch dazu mit dem für die KTM 1290 Super Duke R auf 1301 cm³ vergrößerten Hubraum. Oder wer hätte vermutet, dass diese Kampfmaschine Lenker, Fußrasten und Sitzbank so komfortabel arrangiert, als wolle sie die Straßenschlacht vom Sofa aus gewinnen?

Doch letztlich hat die KTM 1290 Super Duke R gerade mit diesem so geglückten Spagat zwischen Emotion und Vernunft den Nerv der Szene getroffen. Denn selbst nach den ersten Metern will man es kaum glauben. 1,3 Liter Hubraum und kein Kettenpeitschen, kein Hacken, kein Ruckeln. Stattdessen schiebt der 75-Grad-Vau-Zwo ab 2000 Touren bärig an, schnalzt mit einer unerhörten Leichtigkeit durchs Drehzahlband und drückt und drückt und drückt. Kaum bleibt Zeit, die Servokupplung anzutippen, den nächsthöheren Gang einzuklicken. Nicht einmal im Schiebebetrieb gibt sich der Treibsatz eine Schwäche, rollt fast schwerelos auf die Kurven zu, nimmt am Kurvenscheitel geschmeidig wieder Gas an.

KTM 1290 Super Duke R präzise, elegant und lässig

Erst in diesen Momenten ahnt man, dass die gute Kinderstube zu einem Gutteil im Leiterplatten-Labyrinth der Motorsteuerung entsteht. Doch an E-Gasgriff, doppelte Drosselklappe oder Doppelzündung mit separatem Mapping je Zündkerze denkt der KTM-Reiter kaum. Genauso wenig wie an die kaum wahrnehmbar, aber effektiv eingreifende Traktionskontrolle oder das zweistufige ABS, das im Supermoto-Modus gewagte Bremsdrifts zulässt. Zumindest nicht in den Momenten, wenn ihn die KTM 1290 Super Duke R so mühelos von Kurve zu Kurve schwingen lässt, selbst auf holprigstem Terrain blitzsauber die Spur hält und ihn mit ihrer entspannten Sitzposition auch nach Stunden im Sattel nicht verkrampfen lässt. Ihren Job so präzise, elegant und lässig erledigt, dass der Naked Biker des Öfteren vergessen könnte, auf einem der extremsten Nackedeis der Moderne zu sitzen. Vielleicht ist es auch deshalb gut so, dass das direkt angelenkte Federbein harte Kanten derb an den Piloten weiterleitet oder ihn bei forcierter Gangart dazu animiert, in engen Kurven mit nach vorn gebeugtem Oberkörper die Front noch stärker zu belasten. Das kann er tun, muss es aber nicht.

Er kann auch nur anhalten, sich neben die KTM 1290 Super Duke R setzen und das Bike auf sich wirken lassen. Den sauber verarbeiteten Gitterrohrrahmen bewundern, die schnörkellose Einarmschwinge – übrigens eine Premiere in der KTM-Firmengeschichte – betrachten und natürlich die Formensprache goutieren. Und er wird erkennen, dass es seinen Grund hat, weshalb es ausgerechnet diese KTM als eines der ganz wenigen aktuellen Modelle unter die Top Ten der INTERMOT-Traumbikes geschafft hat. Denn meist ist es besser, nicht von Vergangenem zu träumen, sondern Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Top 10 der Traumbike-Wahl 2014

Super Duke R "Track" auf der Rennstrecke

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