Porträt Fritz W. Egli Werdegang einer Legende: Fritz W. Egli

»Genüßlich Benzin abfackeln«, sprach er einmal, als MOTORRAD 1987 zum Tunertreff an den Nürburgring lud. Knapper kann man nicht formulieren, wie Fritz W. Egli, renommierter Konstrukteur und Tuner aus Bettwil im Züricher Hinterland ,sein Metier versteht. Der heutige Schweizer Importeur für Chang Jiang, Enfield, MuZ und Sachs wurde hierzulande durch seine so simplen wie effektiven Zentralrohrrahmen samt selbst konstruierten Telegabeln bekannt, mit denen in den 70er Jahren wackelige Japankisten zu spurstabilen Sportgeräten mutierten. Rennerfolge in der Langstrecken-WM mit den Fahrern Georges Godier und Alain Genoud (Bol D`Or-Sieg 1974) und Jaques Cornu (schnellste Runde beim Acht-Stunden-Rennen auf dem Ring) jeweils mit Kawasaki 1000 cm³-Vierzylindern untermauerten sein Image als Kontrukteur. Von 1977 bis 1987 fanden seine Sportmaschinen nicht zuletzt dank des deutschen Egli-Importeurs Reinhold Kraft regen Absatz. Insgesamt verkaufte Egli weltweit über 3000 seiner Rahmenbausätze, darunter etliche Komplettmotorräder. Als ab Mitte der 80er Jahre die Japaner ihre Motorräder perfektionierten, machten umfangreiche Fahrwerksumbauten keinen Sinn mehr. Interimsweise verlegte sich der Schweizer auf das Tuning schwerer achtzylindriger Amischlitten wie etwa dem Chevrolette Corvette, bis er sein Auskommen mit dem Import oben erwähnter Nischenmarken fand. Heute beschäftigt der 62jährige in einem großzügigen Anwesen, ehemals ein Bauernhof, 13 Mitarbeiter nebst seiner Gattin.

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