Porträt: Paul Smart PAUL SMART

Paul Smart hat niemals einen GP-Lauf gewonnen. Trotzdem wird sein Name unsterblich, weil ihn nun ein schönes wie aktiv-forderndes Motorrad trägt: die Ducati Paul Smart 1000 Limited Edition, von der 2000 Exemplare gebaut werden. Es ist von der Geschichte beseelt, eine Hommage an den Rennfahrer aus Kent, ein Wegbereiter des Hanging-off-Fahrstils. Paul Smart startete im April 1972 bei den 200 Meilen von Imola, dem ersten Europalauf der aus den USA stammenden Formel 750, auf Ducatis taufrischem 750er-Racer.
Smart machte ein Wunder möglich. Er besiegte mit dem nur ein Jahr alten Motorenkonzept Giacomo Agostini auf MV Agusta und Phil Read auf Norton. Ducati holte einen Doppelsieg. 1974 brachten die Italiener den Straßen-Ableger 750 Supersport – bis heute eines der legendärsten und gesuchtesten Motorräder aller Zeiten. Deren Farbgebung und Linie folgt die Paul Smart: Ihre silbernen Lackteile treffen wie beim Vorbild auf Gitterrohrrahmen und Stahlschwinge in Türkisgrün.
Rahmen, Räder und Reifen sind gleich wie bei der Sport. Das gilt auch für den
92 PS starken V2 mit Doppelzündung aus Multistrada und Monster 1000.
Augenfällig ist die rundliche Halbschale, die sich lang zum Tank erstreckt. Sie schirmt den Oberkörper vollflächig ab, den Kopf erst dann, wenn man sich engst zusammenfaltet. Technisch unterscheidet sich die Paul Smart 1000 vor allem durch edle Öhlins-Federelemente. Bei ihnen ist auch die 43er-Upside-down-Gabel voll einstellbar, nicht nur das Monofederbein. Der Unterschied im Fahrbetrieb ist beträchtlich, so fein wie die goldgelben Bauteile ansprechen, so satt lassen sie die Maschine liegen. Viel besser als auf der Sport, stabiler und komfortabler. Außerdem liegt bei der Paul Smart ein Sachs-Lenkungsdämpfer in poliertem Gehäuse quer vorm Tank. Fühlbar ist er bei Schleichfahrt durch minimale Taumeltendenz. Ferner schwingt die Paul Smart nicht mehr so leicht wie die Sport in Schräglage, die wenigen Kilogramm mehr auf dem Vorderrad merkt man.
Und wie hat Paul Smart »sein« Motorrad erlebt? »Ich habe die Fahrt sehr genossen. Mit diesem Fahrwerk hätte man vor 30 Jahren alles gewonnen!« Und fügt hinzu: »It looks good and it feels right.« 92 PS seien mehr als an seinem dama-
ligen Rennmotorrad – und das bei kaum mehr Gewicht trotz Straßenzulassung. So etwas reiche für mehr als 90 Prozent aller Motorradfahrer.

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