Premiere: Honda Die neue Honda CBF 1000 F

Lange hat Honda zugesehen, wie sich die CBF-Kundschaft auf der bequemen Sitzbank flegelte und nichts für die Gesundheit tat. Doch damit soll nun Schluss sein. Leichter, stärker und kerniger mutiert die neue CBF zum Trimmgerät für Couch-Potatoes

Foto: Honda
Mal ganz ehrlich: Vermutlich hat es noch nie ein Motorrad gegeben, dem die Lethargie derart ins Gesicht geschrieben stand wie der CBF 1000. Aufsteigen, Tüte Chips an den Start und auf dem Zweiten Rosamunde Pilcher gucken. So war das.

Doch die brave Honda konnte nicht viel für ihren Ruf. Im Gegenteil: Unter ihrem mausgrauen Plastikkleid steckt viel mehr, als ihre Fahrer und Fahrerinnen forderten. Was bitteschön kann denn eine CBF dafür, dass sich manche Menschen zum Chill-out ausgerechnet ihren Sattel aussuchten.

Doch damit dürfte in Zukunft Schluss sein. Allein schon deshalb, weil die neue CBF 1000 F derart bitterböse aus ihren CBR-600-Scheinwerfern schaut, dass einige Stammfahrer vermutlich vor Schreck sofort umsteigen wollen. Doch dazu besteht kein Anlass. Unter der neuen harten Schale steckt nämlich im Grund noch immer ein vorabendtauglicher Kern. 245 Kilo vollgetankt, 107 statt der bisherigen 98 PS (die optional und ohne Aufpreis weiter im Programm sind). Bangemachen sieht anders aus. Wer es jedoch mit gutem Willen angeht, wird in der F-Variante eine Partnerin finden, die auch sportlichen Naturen gerecht wird.

Wie sieht dieses Motivationstraining konkret aus? Der Rahmen, wie es sich gehört, nun in leichtem Alu statt schwerem Stahl. Das wurde bei der CBF 600 schon vorexerziert. Dazu eine Federbasiseinstellung an der 41er-Gabel, ein direkt angelenktes Federbein mit variabler Zugstufendämpfung und progressiver Feder statt der bisherigen Hebelei, neuer Zylinderkopf (CB 1000 R) mit anderen Nocken, fertig. Alles in allem kein Thriller, der mitreißt, aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Ob der erfolgreich war? Auch nach der Modellpflege ist die CBF für Sportfahrerverhältnisse eher soft statt hart und leistungsmäßig eher gelassen statt aufbrausend. Als Legitimation für lustlose Darbietungen taugt sie jedoch bei weitem nicht mehr so gut wie die Vorgängerin. Die kostet 900 Euro weniger und bleibt im Programm.

Fazit: Aus einer CBF wird auch mit Zusatz-F kein Hochleistungssportler. Wohl aber ein geeignetes Trainingsgerät für Einsteiger, die nebenbei auch mal zur Arbeit müssen oder sonntags gerne Blumen pflücken fahren. Und nachher Tatort schauen.
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Foto: Hersteller

Technische Daten

Antrieb:
Vierzylinder-Reihenmotor, vier Ventile/Zylinder, 79 kW (107 PS) bei 9000/min, 96 Nm bei 6500/min, 998 cm3, Bohrung/Hub: 75,0/ 65,5,7 mm, Verdichtung: 11,2:1, Zünd-/Einspritzanlage, 36-mm-Drosselklappen, mechanisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe, G-Kat

Fahrwerk:
Leichtmetall-Rückgratrahmen, Lenkkopfwinkel: 64 Grad, Nachlauf: 110 mm, Radstand:1495 mm, Ø Gabelinnenrohr: 41 mm, Federweg v./h.: 120/120 mm

Räder und Bremsen:
Leichtmetall-Gussräder, 3.50 x 17"/5.50 x 17", Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 160/55 ZR 17, 296-mm-Doppelscheibenbremse mit Sechskolben-Festsätteln vorn, 240-mm-Einzelscheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel hinten, Teilintegral-ABS

Gewicht (trocken):
245 kg*, Tankinhalt: 20 Liter Super (davon Reserve: k. A.)

Grundpreis:

10890 Euro (zzgl. Nk)

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