Premiere: Kalex AV1 Sie (b)rennt!

Wie Phönix aus der Asche. Ein ausgenuckelter Spruch, aber ausnahmsweise mal nicht für die Phrasentonne. Beim PS-Tuner-GP 2007 brannte die Kalex AV1 lichterloh. Nun rennt sie wieder.

Foto: Jahn
Pffffft. Gierig zieht Alex Baumgärtel an einer dünnen Selbstgedrehten. So richtig schrecken kann ihn Heißes und Qualmendes nicht mehr.

Kumpel Klaus Hirsekorn hält währenddessen Löschwasser parat. Nein, es ist nur kühles Flaschenbier und Sekunden später Klaus’ Kehle hinuntergerauscht.
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Die Kalex AV1 steht ruhig in der Ecke der Box. Irgendwelche Brandschäden zu entdecken? Keine. Nicht ein Staubkorn entstellt das Motorrad. Dafür sorgt schon der perfektionistische Klaus.
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Foto: Jahn
Kalex besteht aus zwei herrlich durchgeknallten Motorrad-Enthusiasten, die in einer Epoche der Menschheit nach den Sternen greifen, in der sich leider noch der hirnloseste Börsendödel für einen geilen Typen hält. Die zwei aber pfeifen auf Rendite und verwirklichen ihren Traum von einem eigenen Motorrad.
Ein Laptop der beiden spielt auf seinem Display die unglaubliche Geschichte des Neuseeländers John Britten ab. Während die Kalexianer sich an der DVD-Dokumentation über den spleenigen Motorradbauer ergötzen, bleibt genug Zeit, ihr selbst entwickeltes Baby zu betrachten.

Schlank, kantig und unaufdringlich gibt sich die Kalex AV1. Geduckt, rennfertig und mit perfekten Details präsentiert sie sich aktuell.
Foto: Jahn
Dabei standen 2005 einfach nur ein Gedanke aus dem Vorjahr im Raum und ein ersteigerter Standard-Aprilia-Mille-Motor auf der Werkbank: Konstrukteur Alex Baumgärtel wirbelte mit CAD und weiteren schnieken Konstruktionsprogrammen als Daniel Düsentrieb an der Tastatur.

Alex und Klaus, ein Duo mit parallelen 40 Lebensjahren und gestählt über ihre Tätigkeiten in den unendlichen rennsportlichen Weiten des Automobilsportes.

So entsteht natürlich ein enges Netzwerk von Spezialisten, mit denen zusammen Techniker Klaus Hirsekorn dann Pläne und bunte Programme mit Engelsgeduld und ruhiger Hand in Metallisches oder Carboniges umformte.
Foto: Jahn

Zweiter Roll-out der Kalex AV1

Heraus kamen ein Stahl-Gitterrohrrahmen, eine Schwinge, Kühler, Gabelbrücke, ein kompletter Auspuff, eine Airbox, ein variabler Schwingendrehpunkt, ein neuer Tank,
Design und mehr.

Ansatz blieb aber immer technische Perfektion statt Revolution, um sich einfach so ein nettes leichtes Fahrzeug für den Kringel zu bauen.

Das brachte die Mannschaft schließlich zu PS und eine Einladung zum Tuner-GP 2007. Bis dahin war das schlanke Stück noch keinen Meter gefahren.

Nähern wir uns also zügig dem feurigen Höhepunkt. Kurz und schmerzhaft: erste Fahrtests im Juni, dann der Knalleffekt in Hockenheim. Ein Highsider, ein Metallteil und ein Gemisch aus Öl und Kraftstoff sorgten für das jähe Ende eines Traumes.
Foto: K
Oder sollte es eine „Initialzündung“ sein? Allein die Wiederherstellung der Elektronik detonierte mit über 14000 Euro in der Partykasse. Die Tüftler entschieden konsequent, aus einem Freizeitprojekt Profession zu machen und mit Kalex als Hersteller und Dienstleister durchzustarten.

Zurück in die Box. Die DVD hat ausgespielt, Herr Britten ist zu früh verblichen – Zeit für Super-Penz alias Rico Penzkofer. Seiner Verantwortung bewusst rollt er sich auf der Strecke von Cartagena ein, um alsbald ausgelassen herumzuwheelen und Bremsdrifts vorzuführen.
Foto: Jahn
155 Trockengewicht machen es dem fein abgestimmten Serienmotor leicht. Da hat Rico nichts zu meckern. "Stabil, ultrahandlich, fährt super." So der kühne Pilot kurz und knapp. Er moniert die etwas zu straffe Dämpfung und eine aufsetzende Carbonecke. Beides hat die Kalex-Truppe inzwischen aussortiert. Na dann, Feuer frei!

Fazit: Momentan ist die AV1
noch ein Einzelstück, aber verkäuflich: für ca. 80000 Euro. Kleinserie, neues Modell, Spezialteile? Mal sehen, was die Zukunft so bringt.


www.kalex-moto.de

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