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PS-Quick Check: Roehr RV 1250sc Was roehrt denn da?

Foto: Gadda

Was roehrt denn da?

Roehr RV 1250sc. Eigentlich sollte ein schwedischer 60-Grad-Zweizylinder rein, aber der kam nicht. "Da bin ich zum nächsten Harley-Händler und habe den V-Rod-Twin ausgemessen", erzählt Walter Roehrich. "Alle meinten, dass der niemals in ein Sportchassis passt, aber er ist sogar etwas kleiner als ein Ducati-Motor. Dann habe ich eine gebrauchte V-Rod besorgt, und los ging es." So lautet die Urgeschichte der Roehr RV 1250sc, die der deutschstämmige Flugzeug-Techniker Walter Roehrich aus Gurnee, Illinois gebaut hat. Nachdem sein Bike nicht über 120 PS hinauskam, baute er kurzerhand einen dänischen Rotrex-Kompressor dran.

Jetzt will Roehrich das erste kompressorgeladene Superbike mit Straßenzulassung in einer Kleinserie von 50 Stück auf den Markt bringen, denn Leistung hat er genug: 168 PS bei 9100/min an der Kurbelwelle und ein Drehmoment von 122,6 Newtonmetern. Wie vorsichtig Roehrich sein Motorrad gebaut hat, merkt man gleich beim Aufsteigen. Alles passt, nichts wirkt irgendwie um den Motor drumherum gebaut. Anlassen und wundern: Der V-Rod-Twin blubbert erstaunlich leise. Das Erstaunlichste an der Roehr ist die harmonische Leistungsentfaltung. Nie würde man einen Kompressor vermuten, sondern das Gefühl ähnelt dem einer japanischen 1000er. Beim Handling ist sie allerdings deutlich behäbiger als die Fernost-Raketen. Das Ansprechverhalten der Öhlins-Komponenten und die Bremsen passen jedoch wieder zu den bisher kalkulierten 50000 Dollar für eines dieser exotischen Superbikes.

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