Quick Check: BMW G 450 X Neue Wege

Foto: Jahn

Neue Wege

BMW G 450 X. BMW dringt mit dem eigenständigen Konzept der G 450 X in die Formel 1 der Erdferkel ein. Zur dieser Eigenständigkeit tragen bei: die koaxiale Anordnung von Schwingendrehpunkt und Kettenritzel, die Kraftstoffeinspritzung, der fehlende Kickstarter und der außergewöhnlich weit nach vorn geneigte Zylinder. Koaxial? Die Getriebeausgangswelle, auf der das Ritzel sitzt, und die Schwingenachse laufen ineinander. Diese recht aufwendige Konstruktion erlaubt zum einen eine längere Schwinge, was die Traktion verbessert. Zum anderen führt sie zu einer unveränderten Kettenspannung über den gesamten hinteren Federweg, was Antriebseinflüsse auf das Federbein minimiert und dessen Abstimmung erleichtert. Konventionell mutet der 450er-Single mit Titanventilen an. Doch dank Einspritzung und G-Kat konnte BMW die G 450 X mit 41 PS homologieren, während andere Sport-Enduros in der straßenzulassungsfähigen Variante meist nur 12 PS leisten.

Für die volle Leistung von 52 PS genügt der BMW der Anbau eines Sportdämpfers sowie die Aktivierung des Sport-Mappings. Im bayerischen Warching nahm PS Kontakt mit der entkorkten G 450 X auf. Der Single startet sauber und hängt sofort prima am Gas, das er weich und gut dosierbar annimmt. Wird am Hahn gezupft, dreht der kurzhubige Motor gierig hoch und verlangt sehr flott nach der nächsten Gangstufe, die das flauschig zu schaltende Getriebe sofort bereit stellt. Im Hobbyfahrer-Tempo überzeugen das Handling und die Balance der BMW. Die Dämpferelemente sind straff ausgelegt und bieten nach derben Sprüngen fette Reserven, dennoch sprechen sie auch in trialartigen Sektionen gut an. Trotz ihrer innovativen Details wird sich die G 450 X, die für 8500 Euro zu haben ist, gegen die Konkurrenz durchbeißen müssen – schließlich wird in der Formel 1 keinem etwas geschenkt.

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