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Racebike Bretters-Suzuki GSX-R 750 "Monkey Moto" Ein Renneisen der etwas anderen Art

Was kommt dabei heraus, wenn sich ein mittlerweile etablierter Tuner und ein bunter TV-Vogel zusammentun? Ein Renneisen der etwas anderen Art: Die Bretters-Suzuki GSX-R 750 sieht merkwürdig aus und fährt wie...

Experimentell wäre leicht untertrieben. Was Sidney Hoffmann, der Vierrad-PS-Profi aus der Glotze, optisch für die von Klaus Bretter technisch aufgebaute Suzuki GSX-R 750 ausgeheckt hat, traf die versammelte Racer-Gemeinde beim diesjährigen TunerGP in Hockenheim mitten ins Sprachzentrum – alle waren erst mal baff. Der zweite Optik-Schlag saß dann je nach Gusto bei den einen in der Magengegend und bei den anderen nahe dem Lach­muskel. „Ist alles durchdacht“, grinste der lustige Dortmunder mit Kappe und dem artig gestutzten Bart und erklärte den PS-Redakteuren, dass jede Farbe für ein Tier stehen würde. Schließlich heiße das gemeinsame Projekt von Hoffmann und Bretter „Monkey Moto“, und da wäre der Dschungel natürlich nicht weit.

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Im „auf den Busch klopfen“ ist der Sidney eben ein Profi, sagten sich die Tester Seitz und Eckhardt, aber wenn man erst mal drauf sitzt, fallen die schreienden Farben und das ganze Zickzack nicht mehr auf. Dann zählt nur noch das, was uns als Zweirad-PSler am meisten interessiert: die Performance.

In Sachen Motortuning hat sich Bretter bei seiner Dschungelkatze nicht großartig ins Zeug gelegt: Steuerzeiten geändert, Verdichtung rauf, eine Akrapovic-Anlage dran (die Arrow-Komplettanlage wurde nicht rechtzeitig geliefert) und das Ganze mit Powercommander und SFM-Modul für die obere Einspritzleiste abgestimmt. „Damit dreht sie schön oben raus“, erklärt der Tuner. Macht aus dem Stand 154 PS an der Kupplung. So spuckte es der PS-Prüfstand vor Ort aus. Der gleiche Typ attestierte der letzten Serien-Suzi-750er im PS-Test 139 Pferde. Macht also mit relativ geringem Aufwand saubere 15 PS mehr!

Ebenfalls sehr erfreulich: Die Bretters-Gixxe liefert die Pferdchen astrein ab. Die grelle 750er nimmt das Gas wunderbar an, leistet sich über das gesamte Drehzahlband keine Delle und dreht wirklich sehr schön Richtung Begrenzer, was das Herausbeschleunigen aus den langsamen Ecken wie der Spitzkehre genauso wie in schnellen Knicken, etwa hinein ins Motodrom, zu einem riesigen Spaß werden lässt. Die Leistung stresst nicht, das Bike powert aber dennoch ganz schön vorwärts. Eingefangen wird der rasende Farbkasten von den Serienzangen, die ja seit dem letzten Update von Brembo sind und dank Braking-Scheiben und -Belägen die sonst Suzuki-typisch stumpfe Performance vergessen machen.

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Dass sich Tuner Klaus Bretter gerade der 750er-Suzuki annahm, liegt an seinem Engagement im neuen GSX-R 750-Cup, den er technisch betreut und aus dem er sein Know-how bezieht. Dort wird mit einem Mupo-Fahrwerk gefahren, und so kamen auch an Sid Hoffmanns Affen-Schaukel Dämpfer des italienischen Herstellers dran.

Das Chassis war von Cup-Koordinator Dirk Schnieders speziell für den Hockenheimring abgestimmt und arbeitete auf dem flachen Kurs unauffällig. Heißt: Die Suzuki blieb stabil beim Anbremsen und sorgte für ordentlich Traktion beim Herausbeschleunigen. Vermissen ließen die Dämpfer eigentlich nur diese krispe Transparenz der güldenen Teile aus Skandinavien und deren blitzsauberes Ansprechverhalten, das allerdings für diesen Preis nie zu haben wäre.

Spaßbeseelter Racer für jede Hobby-Leistungsklasse

Klaus Bretter gelang ein absolut solides Rennmotorrad mit dem extra Schuss Power. Die Monkey Moto fährt präzise, und ihr Handling liegt auf einem sehr guten Niveau – ein spaßbeseelter Racer für jede Hobby-Leistungsklasse. Anmalen kann sich der geneigte Käufer so eine Bretters-GSX-R natürlich nach eigenem Gusto – schließlich ist nicht jeder so stilsicher wie Sid.

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