Racebike Klein-Yamaha MT-01 Wuchtbrumme

Dominik Kleins Interpretation der Yamaha MT-01 stellt die gewöhnlichen Maßstäbe für sportliche Motorräder in den Schatten ihres massiven Auftritts.

Foto: K

Klein MT-01

Moderate 128 PS bei 244 kg. Nicht gerade die optimalen Werte, um beim PS-Tuner-GP inmitten starker Tausender mit über 200 PS und wieselflinker Sechshunderter um Rundenzeiten zu feilschen. Das hat Dominik Kleins neueste Interpretation der Yamaha MT-01 auch gar nicht nötig. Denn wer die behäbige, eigenwillige Serienvariante kennt, wird von Kleins Tuningbike begeistert sein. Allein zwischen den Fahrwerken liegen Welten: Das voll einstellbare, zugunsten der Schräglagenfreiheit verlängerte Öhlins-Federbein und die ebenfalls schwedische Gabel der Klein MT-01 sprechen toll an, wirken gut ausbalanciert und liefern erstklassiges Feedback.

Auch am Kurveneingang überrascht die Klein-Yamaha erfahrene MT-01-Piloten: Während die Serie förmlich durch die Kurve gekämpft werden muss, winkelt die edle Schwarze dank speziell angefertiger PVM-Räder und der aufgezogenen Bridgestone BT 016 willig ab, liegt satt in der Kurve und wird auch bei Bodenwellen nicht unruhig.
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Klein-MT 01

Allerdings bleibt die Klein’sche MT-01 ein Schwergewicht, das in Schräglage etwas nach außen schiebt – trotz aufwendiger Schlankheitskur: Allein die Akrapovič-Titan-Komplettanlage spart satte 10 Kilogramm gegenüber der Serie; gemeinsam mit den leichten Rädern, 320 Millimeter großen Galfer-Wave-Bremsscheiben sowie etlichen Carbon- und Titanteilen sind es 23 kg Ersparnis. Dabei gelingt es Klein, mit seinen Tuningmaßnahmen nicht nur die Funktion, sondern auch die Optik der Edel-Yamaha zu verbessern: Die blau eloxierten, drei- und vierfach geklemmten Gabelbrücken, der mit Pazzo-Hebeln bestückte LSL-Lenker und die ebenfalls blaue BKG-Fußrastenanlage – alles sieht schick aus und macht die MT-01 besser. Letzteres gilt auch für die Arbeit am Motor, dem abgesehen von blauen Stoßstangengehäusen die Veränderungen nicht anzusehen sind. Stattdessen rückte Klein den Innereien des langhubigen V2 zu Leibe, vergrößerte durch 3 mm mehr Bohrung den Hubraum auf 1775 cm³, überarbeitete den Kopf, erhöhte die Verdichtung und tauschte Ventile, Nockenwellen, Drosselklappenkörper sowie Ansaugtrichter.

Auf elektronischer Seite passt ein Powercommander das Benzin-Luftgemisch der neuen Motor-Auspuffanlagen-Kombination an, ein geänderter Zündrotor soll dessen Verbrennung optimieren. Besonders die Drehmomentkurve profitiert von diesen Maßnahmen und kratzt mit 194 Nm knapp an der 200er-Marke. Um diese Gewalt unbeschadet ans Hinterrad zu übertragen, verstärkte Klein zusätzlich das Getriebe. Auf der Piste macht das bullige Japan-Big-Bike jede Menge Spaß. Ab 3000/min schiebt die MT-01 begleitet von leicht vibrierenden Lenkerenden selbstbewusst und souverän nach vorn – Coolness statt Drehzahl. Der Schaltautomat funktioniert auch bei 5000/min noch problemlos und ermöglicht weiche, saubere Gangwechsel. Auf der Bremse fühlt sich die MT-01 ebenso wohl. Die Sechskolbenanlage mit Belägen von AP-Racing verzögert trotz leicht wanderndem Bremshebel standesgemäß und beruhigt mit einem immer griffigen Druckpunkt. Die größte Überraschung zum Schluss: Kleins MT-01-Version ist beinahe landstraßentauglich – abgesehen von der zu lauten Auspuffanlage und der massiven Mehrleistung. Aber allein mit dem Fahrwerksumbau und der scharfen Optik wird sie ihre Fans vermutlich sehr begeistern.
Klein-Yamaha MT-01
Gewicht 244,4 kg
vorn/hinten 52,0/48,0 %
Leistung 128 PS
Preis ca. 29000 Euro
Kontakt Motorrad Klein GmbH, Pachtener Straße 32, 66763 Dillingen, Tel. 06831/73140, www.yamaha-klein.de

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