Racebike: Kubiak & Mohr-Yamaha Kubiak & Mohr-Yamaha YZF-R1

Kubiak und Mohr, das zwingt doch fast zur Verballhornung. Zumal Kubik & More auch dem Metier der Tuner entspricht: schnelle, starke Renner bauen.

Foto: Jahn

Thomas Kubiak betreibt mit seinem Kollegen Jörn Mohr nicht nur eine feine Tuning-Werkstatt in Bottrop, er war 2009 zudem noch IDM-Chefmechaniker im Team Yamaha Motor Germany von Michael Galinski und schraubte für Nina Prinz, die schnellste Frau weit und breit. Seine blaue R1, in die der Allgäuer Pascal Eckhardt für PS beim Tuner-GP tief hineinhören und die er auf mehr als nur innere Werte prüfen konnte, war damit quasi eine Nina-Prinz-Replika.

Der für SKM in der IDM Supersport angasende Pascal war nach den ersten Runden besonders von der Leistungsentfaltung der R1 begeistert: "Ich geh sofort zu Frank (Krekeler, Teamchef bei SKM-Racing, die Red.) und sag Bescheid, dass ich nächstes Jahr Superbike fahren will", meinte er süffisant grinsend nach seinem ersten Turn. "Die Leistungsentfaltung ist butterweich und perfekt dosierbar. Du drehst ein klein bisschen am Gas, und es geht ab wie die Hölle." Für dieses Ergebnis ist es natürlich kein Nachteil, wenn man den modernsten Dynojet-Prüfstand in der Werkstatt stehen und sich auf Power Commander-Abstimmungen spezialisiert hat. Die Kubiak & Mohr-R1 wurde mit dem Power Commander V abgestimmt, mit dem jeder einzelne Zylinder unabhängig eingestellt und das perfekte Mapping entwickelt werden kann. Hierzu werden in jedem Krümmerrohr die Lambdawerte abgegriffen und für jeden Zylinder ein separates Kennfeld ermittelt.

Natürlich haben Kubiak & Mohr auch dem Motor eine Leistungskur angedeihen lassen: Die Verdichtung wurde auf 13,5:1 erhöht, die Ventilsitze korrigiert, Tornado-Nockenwellen verbaut, ein Kit-Steuergerät und Kit-Trichter installiert und nicht nur für den passenden Klangteppich eine Akrapovi?-Komplettanlage kredenzt. Macht summa summarum über 180 PS, die an der Kette zerren und spielen wollen.

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Foto: fact

Und da ein feiner Motor auch ein feines Fahrwerk braucht, wurde die Lady in Blue komplett mit Öhlins-Komponenten bestückt. Hinten kam für Thomas nur ein TTX-Federbein in Frage. Vorn dämpft eine sehr edle FGRT-Gabel, bei der übrigens das RT für "Road and Track" steht - was unterstreicht, dass knallhartes Racing eher anderen Werten untergeordnet wurde. Pascals Eindrücke bestätigen: "Das Motorrad wurde auf Fahrbarkeit getrimmt. Zusammen mit den leichten PVM-Rädern und den LSL-Komponenten (Stummel, Hebeleien, Rastenanlage usw.) ergibt das ein wunderbares Fahrwerksensemble. Dazu kommen noch das tolle, exakt zu schaltende Getriebe und der Dynojet-Quickshifter mit sehr kurzen Unterbrechungszeiten."

Umgewöhnen musste sich der IDM-gestählte PS-Tester in Sachen Ergonomie: "Du sitzt unwahrscheinlich hoch auf der R1, weil die Tuner sie höher gelegt haben, um Bodenfreiheit zu gewinnen. Die Höherlegung ist bei der RN19 ein Muss. Die Jungs in der Superbike-WM haben die R1 von Ben Spies auch in schwindelerregende Höhen angehoben, um ein Aufsetzen von Motorteilen und Ellenbogen zu verhindern. Anfangs war das gewöhnungsbedürftig. Dann aber kann man das Ding richtig fliegen lassen - total handlich, agil, aber trotzdem stabil. Du kommst mit gefühlt 650 Sachen aus der Parabolika auf die Kehre zugeschossen, stauchst die Gabel zusammen, und das Ding fällt ohne Kraftaufwand in die Kehre. Es ist ein Kinderspiel, nur Gas geben und bremsen."

Kleinere Kritikpunkte gibt es bei eben diesem Verzögerungsinstrument. Das war Eckhardt nicht "brutal" genug. "Die Bremse ist nicht ganz so brachial wie etwa die der TTSL-Duc, die ich vorhin gefahren bin (siehe PS 2/2010). Aber man muss ihr zugutehalten, dass sie sich super dosieren lässt. Mit schärferen Belägen würde sich da sicher noch was machen lassen."

Pascal wird in dieser Saison wieder in der Supersport-IDM am Start stehen. Anscheinend konnte er Teamchef Frank Krekeler doch nicht von den stärkeren Superbikes überzeugen. Trotzdem trifft Pascal wieder auf die Tunerschmiede aus Bottrop. Die wechselt nämlich von den Superbikes zu den Supersportlern, wo Kubiak & Mohr das Team M.S.B. Heuer Racing mit Fahrer Steven Michels unterstützen werden. Wir drücken beiden Teams die Daumen für die IDM-Saison und hoffen, alle gesund und munter beim Tuner-GP 2010 am 7. und 8. Juni wiederzusehen.

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Foto: fact

Kubiak & Mohr

Kubiak & Mohr, Wilhelm-Tenhagen- Straße 10, 46240 Bottrop, Telefon 0 20 41/92 25 3 www.kubiak-mohr.de

Zeichnung: Archiv

Technische Daten

Das Bottroper Kraftwerk geht saustark, aber sanft und gut kontrollierbar zu Werke. Der Drehmomenteinbruch bei 7000/min ist auf der Rennstrecke nicht störend, denn meist wird höher gedreht.

Gewicht: 186 kg
Vorn/hinten: 53,8/46,2 %
Leistung: 191 PS
Preis: 26000 Euro

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