Tuning-GP: SBM Die Honda Fireblade von SBM

AK-47 Kalaschnikow nennt der Hondahändler SBM diese Fireblade. Und weckt mit dem Namen des berüchtigten russischen Sturmgewehrs Erwartungen. Feuer frei!

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wie ein Hochgeschwindigkeits-geschoss feuert die Blade durch die endlose Vollgas-Links des Hockenheimer Rundkurses. Hier trennt sich die Fahrwerks-Spreu vom Weizen, nur perfekt abgestimmte Superbikes ballern ohne Pendeln bei voll gespanntem Hahn durch den langen Bogen. Wie die AK-47 von der niedersächsischen Hondavertretung SBM. Mitinhaber Karsten Schmitt rüstete seinen Schießprügel mit feinen Fahrwerkskomponenten von Öhlins aus. Wie beim Namensgeber Kalaschnikow genügt es nicht, lediglich ausgesuchte Materialien zu verwenden. Mindestens genauso wichtig ist die Fein-justierung der Büchse. In diesem Punkt landete "Schmitti" einen Volltreffer. Exakt und mit stoischer Ruhe schießt die vollgetankt lediglich 176 Kilogramm schwere Fireblade ihre Flugbahn entlang, liefert ein sagenhaftes Gripgefühl und nimmt ihr nächstes Ziel ins Visier: die Spitzkehre. Voll in die Eisen! Die Anti-Hopping-Kupplung könnte ruhig etwas mehr Motorbremse zulassen, denn die gleichbleibend hohen Drehzahlen bis zum Einlenken lassen den Kalaschnikow-Schützen lange über den Zustand des Hinterrads im Unklaren: Wann kuppelt die Blade vollständig ein? Wie heftig gerät das Bremsmoment? Bis auf diese kleine Ungewissheit wirft die für die Tourist Trophy (TT) auf der Isle of Man aufgebaute AK-47 beim Ankern keine Fragen auf. Ihre Stopper beißen brachial und gleichmäßig zu, Transparenz wie Dosierbarkeit der Brembos suchen Ihresgleichen. Dazu Schmidt: "Bei den Bremsen gehe ich keine Kompromisse ein. Wenn ich mit der Blade bei der TT im sechsten Gang mit Vollgas über die Insel jage, muss ich mich absolut auf die Stopper verlassen können". Stimmt! Vielleicht gelingt es Schmitti bis zum nächsten Einsatz noch, den knackigen, aber leicht wandernden Druckpunkt zu stabilisieren.

TT, Isle of Man. Hier scheinen sich die Bikes mit der Geschwindigkeit von Projektilen fortzubewegen. Daher ist Windschutz ein wichtiges Thema. Auch in diesem Punkt überzeugt die SBM-Honda. Das ausladende und kantige Windschild sieht zwar gewöhnungsbedürftig aus, es schützt den Piloten aber hervorragend vor der Windgewalt.

Wie die fiese Kalaschnikow besitzt die 2008er-Blade ausreichend Durchschlagskraft. Allerdings wirkt der Antrieb bei un-teren Drehzahlen recht verhalten und springt hart ans Gas. Erst ab zirka 9500/min schießt die AK-47 ihre Leistungssalven ab, rund 176 PS bescheinigt ihr der Prüfstand als Maximalwert. Zugunsten der Haltbarkeit tunte Schmidt den Motor nur leicht: Kitnockenwellen und -ventilfedern, feine Überarbeitung des Zylinderkopfs, andere Ansaugschnorchel und -trichter, Racingauspuff. Die Steuerung der Zünd-/Einspritzanlage übernimmt das programmierbare Elektromodul "Rapid Bike 3" aus Italien. Im Gegensatz zum russischen Ori-ginal trägt die Ak-47 von SBM ihre Kämpfe sportlich-fair und ausschließlich auf Rundkursen aus. Peace!
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Schmidt & Brunner Motorradsport GmbH, Im Nordfeld 8, 29336 Nienhagen, Tel: 05144/4933200, www.sbm-honda.de
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Technische Daten

Überblick:
Gewicht: 176 kg; vorn/hinten: 54,7/45,3%; Leistung: 176,2 PS (129,6 kW) bei 11300/min; 110 Nm bei 10400/min; Umbaukosten: zirka 23000 Euro

Fazit:

Die Leistungskurve zeichnet zwar eine saubere Linie. Beim Fahren fällt jedoch auf, dass die Blade erst ab zirka 9500/min richtig zubeißt. Zugunsten der Laufleistung ist die SBM-Honda nur leicht getunt.

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