Racebike: TTSL-Suzuki GSX-R 750 TTSL-Duo bring neue Racebike-Version der Suzuki GSX-R 750

Die TTSL folgt einer klaren Philosophie: Hobby-Racer nervenschonend auf Rundenzeiten bringen. Es mag paradox klingen, aber Bremsen ist da ganz entscheidend.

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Eindeutige Körpersprache, nackte Brüste sowieso, und ein Blick, der lasziv dorthin schielt, wo wir alle hinwollen - schnell vorwärts. Der "Dolly"-Sticker auf der TTSL-Flanke lockt zum TunerGP-Techtelmechtel. "Komm schon Cowboy..."

Dazu braucht man als echter Speedfreak aber eigentlich keine noch so aufgegeilte Comic-Mieze. Ein fein gemachtes Motorrad - das sorgt für erhöhten Puls! Gut also, dass die Herren TTSL statt leibhaftig gewordenem GoGo-Girl eine Suzuki GSX-R 750 (K7) nach Hockenheim mitgebracht haben.

Die feinen Zutaten wie die exklusive Brembo-RCS19-Bremspumpe, der PPT-Klapphebel an der Kupplung oder die Rastenanlage und Stummel aus der selben Schmiede sorgen für erwartungs- frohes Fingerjucken. Was sich beim Anblick der gefrästen Gabelbrücken mit variablem Offset sowie der gesamten Ausführung der hauseigenen Verkleidung mit den Karbon-Rahmen- und Schwingenschützern noch steigert. Überhaupt ist dem TTSL-Duo wieder ein piekfeiner Aufbau gelungen. Schon allein diese blitzblanken, auf Minimalstgewicht gefrästen und polierten Bremszangen vorn! Das Auge ist höchst zufrieden. Wird es die Gefühlszentrale auch bald sein?

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Der knurrige Sound der Akrapovic-Anlage hebt die Erwartungen beim Hinausrollen zur Strecke. Kurzer Kontrollblick zurück, rauf auf die Ideallinie und sofort Hahn spannen! Die Druckwelle kommt sofort und nimmt bis zum Schaltblitz kein Ende. Sogar das Vorderrad hebt sich in freudiger Erwartung der ersten kompletten Runde. 750er, wirklich? Okay, die umgeschliffenen Nocken, modifizierten Ventilsitze, Einlasskanal und Brennraum, die Verdichtung 13,4:1 - das sorgt für Qualm. Ein Kit-Steuergerät ist noch drin. Bazzaz-Traktionskontrolle und Quickshifter sind auch an Bord.

Was allerdings wegen Gewichtseinsparung fehlt, ist die serienmäßige Ausgleichswelle, weshalb das Motorrad unter 4000/min. rau läuft. Aber das sind Drehzahlen, die auf der Rennstrecke eh nur in der Pitlane gebraucht werden.

Schon steht der erste Asphalt-Haken an. Bremse rein, runterschalten! Das scheint geradezu die Paradedisziplin der TTSL-Suzuki zu sein. Dank TSS-Anti-Hoppingkupplung lässt sich ohne Feingefühl der linken Hand beim passenden Gang rigoros einkuppeln und mit den Brembo-Stoppern wie auf der Briefmarke verzögern. Da lassen wir das nächste Mal deutlich länger stehen, Cowboy! Zumal das Motorrad bei keiner noch so harten Bremsattacke irgendwelche Anstalten macht, auszukeilen oder sonst wie zu bocken. Das entspricht genau der Philosophie von TTSL-Platon Rainer Tschauder: "Für mich muss das perfekte Hobby-Racer-Motorrad vor allem eins können: geil bremsen und dabei ultra stabil sein." Und wie sie das kann.

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Das hat aber auch seinen Preis. Denn für die gnadenlose Bremsstabilität, die am Ende der Parabolika geradezu atemberaubend ist, wählten die TTSL-Jungs nicht nur ein entsprechendes Gabel-Setup, sondern senkten außerdem das Heck ab. Da wundert es nicht, dass die Suzi spielerisches Einlenken nicht zu ihren Stärken zählt. Sie muss etwas niedergerungen werden. Und das trotz ihrer zarten 170 Kilogramm, immerhin die viertleichteste im TunerGP-Reigen.

In entsprechende Schräglage gebracht, läuft sie dann allerdings formidabel stabil wie auf Schienen durch Sachs-, Opel- und Nordkurve. Das kann auch eine Ducati nicht besser. Kurskorrekturen mag die Suzi jedoch nicht ganz so gern. Die Linie sollte deshalb sorgsam gewählt sein. Wer sich also intensiv um seine Performance bei Bremsmanövern kümmern und den Stressfaktor bei noch so harten Entschleunigungs-Attacken so niedrig wie möglich halten will, hat mit der TTSL das richtige, dazu noch wertige und kraftvolle Motorrad.

Technische Daten

Bild: Archiv

Der Motor ist TTSL sehr gut gelungen. Die Leistungsabgabe gönnt sich keine Verschnaufpause und liefert harmonisch Druck bis zum Begrenzer. Mit 161 PS steht sie bei moderatem Motortuning außerdem sehr gut im Saft.

 

Gewicht: 170,7 Kilogramm

vorn/hinten: 53,1/46,9 Prozent

Leistung: 161 PS

Preis: 26 000 Euro

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