Astreiner Racer Racebike TTSL-Yamaha YZF-R1

Wenn TTSL zum Tuner-GP kommt, sind astreine Racer garantiert. Wie diese Yamaha R1. Schön, wenn sich manche Dinge nie ändern.

Foto: jkuenstle.de

 

Marken sind dem Duo Infernale Lesl/Tschauder, in der Szene besser bekannt unter dem Kürzel TTSL, eigentlich egal. Nur -Supersportler müssen es sein! Dann schlagen die beiden Tuner zu, wie etwa 2009 bei Ducati mit einer 1098 oder der Suzuki GSX-R 750 beim TunerGP 2010. Nicht selten kommt dabei dann ein Motorrad heraus, auf dem sich die TTSL-Jungs gern selbst austoben. So wie die Yamaha R1, Baujahr 2010, mit der Franz Lesl über die Pisten bügelt, wenn er mal nicht mit der Enduro Auen und Wälder unsicher macht.

 

Und da sich so ein Tuner beim eigenen Racer ebenso wenig zurückhält, wie Harald Juhnke einst an der Hotelbar, hat diese R1 all das, von dem Hobby-Racer träumen - vom Schaltschema mal abgesehen. „Pass auf, der Franz schaltet im Lutscher-Stil“, flüstert Kompagnon Rainer Tschauder dem Tester grinsend ein. „Der Erste ist unten“, klärt der ahnungslose Franz Lesl Sekunden später auf, „ich fahr mit Biaggi-Schaltung“. So sind sie halt, die zwei - bei aller Kompetenz, immer ein bisschen Stan und Oli.

 

Aber bei dem, was sie machen, ist der Spaß vorbei, oder geht erst richtig los. 200 PS an der Kurbelwelle machen deutlich, dass das Tuning nicht an der Peripherie halt gemacht hat. Die Nockenwellen sind ebenso überarbeitet wie die Serien-Pleuel und die feingewuchtete Kurbelwelle. Verdichtet wird mit satten 14:1. Neben dem Kühlkreislauf mit elektrischer Wasserpumpe sind außerdem die Ansaugtrichter geändert und natürlich ist ein Kit-ECU drin.

 

Damit der Schmackes auch auf die -Piste kommt, verlässt sich Lesl nicht auf seine persönliche „Downforce“, sondern die verlängerte Schwinge, die das speziell von TTSL bearbeitete Öhlins TTX-Federbein bestens auf die Piste presst. Klasse, wie die R1 aus der Spitzkehre hämmert, ohne dabei vorn zu brutal das Männchen zu machen. Traktion? Aber wie! Auch kurveneingangs macht die R1 Spaß. Das exklusive Andreani-Cartridge verleiht der Gabel ein sehr gutes Ansprechverhalten, das Feedback ist schlicht super.

 

 

Enduro-Fan Lesl stellt die Stummel -etwas weit aus und nach vorn, was sich erst mal komisch anfühlt. Aber mit dem etwas schwerfälligen Handling dann wieder Sinn macht. Diese R1 will den ganz entschlossenen Impuls. Die Einstellung „Na, mal kucken, wo wir rauskommen“ ist hier nicht! Also heißt es: anpeilen, am Lenker reißen, Knie raus und rum.

 

Bremsstabil, wie TTSL-Bikes eh und je, zeigt sich die R1 auch in satten Schräglagen wie hingenagelt. Die geänderte Geometrie der Yamaha macht sich voll bezahlt. Noch ein Wort zur Bremse. Auch die will bezahlt sein: Brembo RCS-Pumpe, Breaking-Scheiben und Beläge von Vesrah. Wer aber mal Ende der Parabo-lika am Hebel gezogen hat, wird dieses Gefühl nicht mehr missen wollen.

 

Herrlich, wie sonor die Yamaha ihren Sound zur Geltung bringt. Gepaart mit dem charakterstarken Vierzylinder ist Gänsehaut garantiert. Und was lernen wir daraus? Man mag der Serien-R1 einiges ankreiden, darf aber dabei nie vergessen, dass sie für Rennstrecken-Action nur die Basis liefert. Was für eine gute das ist, macht die TTSL-R1 deutlich. Wer einen sauber aufgebauten Racer sucht, sollte mal in Linnich anrufen. 

 

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