Roller-Vorstellung Fahrbericht Vespa S 125

Foto: Vespa
Mopeds von Zündapp, Kreidler oder Hercules waren das angesagte Transportmittel für die Jugend der 60er und 70er Jahre. Roller waren zu brav, zu bieder – mit einer Ausnahme: Ab 1969 wilderte die Vespa 50 Special im Revier der Kleinkrafträder. Sie war kompakt, sie gab sich sportlich, und mit ihrem modischen Rechteckscheinwerfer war sie auch designmäßig auf der Höhe ihrer Zeit. Damit konnte man sich, anders als mit einem Zündapp- oder Hercules-Roller, blicken lassen auf dem Schulhof, beim Sport oder beim Open-Air-Festival.

38 Jahre später gibt es wieder eine sportliche S-Baureihe. Sie ist ein Ableger der eleganten LX 50/125, mit der sie die selbsttragende Stahlblech-Karosserie als Basis, die Motoren und die wesentlichen Fahrwerkskomponenten teilt. Was bedeutet, dass die S 50 von einem gebläsegekühlten 4,4-PS-Zweitakter, die S 125 von einem ebenfalls luftgekühlten Viertakt-Zweiventiler mit 10,3 PS angetrieben wird.

Es bedeutet nicht, dass die Vespa S bloß eine verkappte LX ist. Gekürzte Seitenverkleidung, reduzierter Vorderradkotflügel mit Chromhäubchen, ein neues, schlank und energisch wirkendes Beinschild ohne Innenverkleidung sowie der markante Rechteckscheinwerfer lassen die S zugleich leichter und kraftvoller aussehen. Dazu passen die in die Lenkerverkleidung eingelassenen Rundinstrumente und die weiß umsäumte Sitzbank, die als kurze Sport- und längere Touring-Ausführung erhältlich ist.

Wahrend der kultivierte, im Antritt durchaus kräftige Viertakter der gefahrenen S 125 keine Überraschungen bereithält, vermittelt das Fahrwerk dank spürbar strafferer Dämpfung vor allem des vorderen Federbeins ein gänzlich ungewohntes Vespa-Erlebnis. Statt nur gemütlich dahinzuschaukeln, darf man die S durchaus mit Elan ums Eck pfeffern; über den Straßenzustand bleibt man dabei stets im Bilde. Auf winkligen Landsträßchen wie beim Hakenschlagen in der Stadt macht die schmale, leichte und superhandliche S-Vespa richtig Laune. Mehr Roller wünscht man sich hier gar nicht, zumal selbst Menschen mit guten 1,90 Meter Körperlänge tadellos untergebracht sind.

60 Jahre Vespa

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