Schon gefahren: Honda Hornet 600 Honda Hornet 600 im 2011er Look

Hondas Hornet 600 hat sich fürs Frühjahr neu eingekleidet. Wie gut steht ihr das 2011er-Outfit?

Fotos: Hersteller

Kommt 'ne Hornet zu H&M und sucht nach exakt den Klamotten, die die große Schwester CB 1000 R auch trägt. Schließlich fühlt sie sich mindestens so erwachsen und sexy wie das Geschwisterkind - dann will sie auch so aussehen! Sie glauben das nicht?

Beginnen wir an der Front: Die Lampenmaske blickt merklich böser drein als beim 2010er-Modell, hat zudem auch noch abgenommen. Ihr schlankeres Erscheinungsbild ist vor allen Dingen dem neuen Cockpit geschuldet, das nun nicht mehr auf der Scheinwerferverkleidung thront, sondern elegant hinter ihr verschwindet. Und wo wir schon beim Abnehmen sind, springen wir gleich einmal ans Heck. Auch hier hat sich die Hornet von der sportlichen Schwester anspornen lassen, und kräftig ihren Hintern trainiert. Spitz zulaufend reckt die Honda ihn in die Höhe, ersetzt die praktischen Soziusbügel durch einen schnöden Halteriemen - Single-Kurs ist angesagt. Die insgesamt aufgeräumtere Optik gefällt, passt sie doch zum cleanen Charakter der 600er. Apropos 600er: Keine Neuerungen am Motor, obleich ein wenig mehr Druchzugskraft nicht schlecht gewesen wäre. Am besten man bewegt sich nicht unterhalb 4000/min, wer die Sporen geben will, hält die Drehzahl oberhalb von 7000/min. Gangwechsel erfordern einen nachdrücklichen Schaltfuß, mehr zu meckern gibt’s an sich nicht. Sportlich-straff kommt das Fahrwerk der forschen Gangart entgegen, wenn man die Hornisse mit ihrem rotzigen Sound so richtig fliegen lässt. Für den Landeanflug und insbesondere für Notstopps spendiert Honda nun serienmäßig ABS. Der Einkaufsbummel hat sich gelohnt.

 

Kurzurteil


Positiv

  • Stimmiges Design
  • Sportliche, aber doch bequeme Sitzposition
  • Drehfreudiger Motor
  • Top ABS-Bremsen
  • Sehr stabiles Fahrverhalten
  • Leichtes Handling

 

Negativ

  • Kein Durchzugswunder
  • Wenig Soziuskomfort
  • Motor braucht Drehzahlen für flottes Vorankommen
  • Cockpit schwer abzulesen
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Foto: Hersteller

Fahrverhalten / Technische Daten

Fahrverhalten


In der Stadt
Längere Spiegelausleger für bessere Sicht nach hinten wären toll gewesen; sei’s drum. In allen anderen Belangen gibt die Hornet in der Stadt eine super Figur ab. Sanft schiebt ihr Motor an, die Bremsen sind blockiersicher ausgerüstet, und Unterbringung wie Übersicht gefallen ebenfalls. Cooles Bike, null Stress.

Auf der Landstraße

Leichtfüßig fällt die Honda in Schräglage, mit aufgerissenem Gashahn zieht sie sauber mit heiser kreischendem Motor wieder aus der Kurve heraus. Dank ihres straff abgestimmten Fahrwerks und der leicht sportlichen Sitzhaltung gelingt der gestreckte Galopp kinderleicht. Das ABS beruhigt die Nerven.

Auf der Autobahn
Satte 230 km/h sind zwar ein Wort für eine unverkleidete 600er. Doch taugt der Wert eher für den Stammtisch als für die Praxis. Der Wind zerrt am ganzen Körper, der Spaß bleibt auf der Strecke ebenso wie etwas Geld: Der sonst niedrige Verbrauch der Hornisse steigt bei hohem Tempo sehr stark an.

Technische Daten*


Motor: Vierzylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum: 599 cm³
Kraftübertragung: Sechsganggetriebe/Kette
Leistung: 75 kW (102 PS) bei 12 000/min
Max. Drehmoment: 64 Nm bei 10 500/min
Bremse vorn: Doppelscheibe (Ø 296 mm)
Bremse hinten: Scheibe (Ø 240 mm)
Reifen vorn: 120/70 ZR 17
Reifen hinten: 180/55 ZR 17
Federweg vorn/hinten: 120/128 mm
Radstand: 1435 mm
Sitzhöhe: 800 mm
Tankinhalt: 19 Liter, Normal
Farben: Gelb, Schwarz, Weiß
Wartungsintervall: 6000 km
Preis: 8590 Euro plus Nebenkosten

 

*Werksangabe

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