Schon gefahren Fährt lässig: Kawasaki VN 900

Es muss nicht immer eine Harley sein, um die Nachbarn zu beeindrucken. Kawasakis VN 900 sieht toll aus und reißt kein großes Loch in die Brieftasche.

Foto: fact

Die VN 900 Classic gehört seit Jahren zu den Bestsellern in Kawasakis Motorradprogramm, obwohl der Motor nur 50 PS leistet und der 283 Kilogramm schwere Cruiser allenfalls mäßige Fahrleistungen an den Tag legt. Vielleicht ist die VN deshalb so erfolgreich, weil man mit ihr völlig stressfrei und bequem über Landstraßen touren kann.

Einfach nach Feierabend in den weichen Sattel fallen lassen, die Füße auf die breiten Trittbretter stellen, den weit geschwungenen Lenker greifen und noch eine Stunde durch die Gegend fahren. Oder auch zwei. Denn auf der VN schaltet man automatisch in den Relax-Modus. Dazu trägt der V2 bei, der schon bei niedrigen Drehzahlen viel Drehmoment liefert und schaltfaules Dahingleiten ermöglicht. Die Kupplung erfordert wenig Handkraft, die Gänge rasten präzise und nahezu geräuschlos ein; ein wartungsarmer Zahnriemen erledigt den Endantrieb. Wenn es sein muss, kann man die Kawasaki zum Überholen bis 7000/min ausdrehen. Viel mehr Freude bereitet sie jedoch beim Cruisen - dafür wurde sie schließlich gebaut. Die Kawa zirkelt erstaunlich leicht um enge Kurven, einmal in Fahrt ist vom gewaltigen Gewicht kaum noch etwas zu spüren.

Dennoch sollte man es nicht übertreiben, weil der Cruiser vorne nur eine einzelne Bremsscheibe hat und nicht über ABS verfügt. Leichte Kritik erntet das straffe Fahrwerk. Es bietet zwar Reserven für den Soziusbetrieb, mindert jedoch etwas den Fahrkomfort. Nicht nur optisch macht die VN auf Starrrahmen - das Federbein reagiert unsensibel und gibt Stöße an Fahrer und Sozius weiter. Die Kawasaki VN 900 Classic ist ein guter Cruiser für relativ wenig Geld. Optisch macht sie viel her, die Ausstattung geht in Ordnung. Beim Fahrwerk müssen Abstriche gemacht werden.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel