Kawasaki Z 1000 Schon gefahren: Kawasaki Z 1000

Die neue Z 1000 will weg vom Image des braven Naked-Bikes, hin zum wilden Streetfighter.

Fotos: Henniges
Stärker, schärfer, wilder - die neue Z 1000 will rotzigen Rock’n‘Roll bieten, statt seichten, massentauglichen Schlager. Brave Naked-Bikes wie die Bandits dieser Welt gibt es schließlich genug. Maßnahme Nummer eins, um das Tier im Rahmen zu wecken: mehr Hubraum. Deutlich mehr Hub bei etwas geringerem Kolbendurchmesser sorgt für einen Hubraumzuwachs von 90 auf jetzt 1043 cm³. Die Höchstleistung stieg um 13 auf nun 138 PS. Imposant, aber wichtiger war den Kawa-Entwicklern der artgerechte Bums bei unteren und mittleren Drehzahlen. Und der kommt eindrucksvoll. Der neue Motor hängt äußerst gierig am Gas, und die Z legt bei jeder Drehzahl in jedem Gang stürmisch los. Zu diesem Eindruck trägt außerdem die recht kurze Übersetzung bei. Und weil das Ohr mitfährt, suggeriert das gewollt zornigere Ansauggeräusch (die Luftansaugkanäle hinter den seitlichen Tankhutzen liegen jetzt höher und näher am Fahrer) eine biestigere Beschleunigung. Der wirklich tierische Antritt setzt nach gleich-mäßig sattem Schub ab knapp über Standgas dann bei knapp 7000/min ein und endet erst im Begrenzer bei 12000/min. Gut, dass die neue Sitzposition (etwas niedrigere Sitzbank, breiterer, höher und näher am Fahrer montierter Lenker) den Fahrer aktiver im Sattel thronen lässt.
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Foto: Kawasaki
Der neue, steifere Rahmen, jetzt aus Alu statt Stahl, der Alu-Heckrahmen und die Auspuffkonstruktion mit großem Vorschalldämpfer, dafür kleineren und leichteren Endtöpfen, tragen zur Zentralisierung der Massen und somit zum verbesserten Handling bei. Schön sind die Töpfe vielleicht nicht, aber das insgesamt kantigere Design passt zum angriffslustigen Charakter der Z: Im Sattel der neuen, wilden Kawa wird nun selbst der besonnenste Fahrer zum Tier.
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Foto: Archiv

Technische Daten

Die Daten (Werksangaben):
Motor Vierzylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum 1043 cm³
Kraftübertragung Sechsganggetriebe/Kette
Leistung 102 kW (138 PS) bei 9600/min
Max. Drehmoment 110 Nm bei 7800/min
Bremse vorn Doppelscheibe (Ø 300 mm)
Bremse hinten Scheibe (Ø 250 mm)
Reifen vorn 120/70 ZR 17
Reifen hinten 190/50 ZR 17
Federweg vorn/hinten 120/138 mm
Tankinhalt 15 Liter, Super
Farben Braun, Schwarz/Silber, Weiß/Orange
Wartungsintervalle 6000 km
Preis ca. 11295 Euro (plus Nebenkosten)
Foto: Kawasaki

Fazit

In der Stadt:
Die leichtgängige Kupplung und das sauber und exakt schaltbare Getriebe lassen im Kolonnenverkehr keinen Stress aufkommen. Die angenehm entspannte Sitzposition passt bestens für die Stadt, der kräftig zupackende Motor erlaubt knackige Ampelsprints. Die Kawa macht sogar im dichten City-Gewusel Spaß.

 

Auf der Landstraße:
Die neue Z 1000 mit dem stabilen Alu-Fahrwerk überzeugt. Die Kawa ist leicht, sehr handlich, fährt präzise und neutral – wie gemacht für fetzige Landstraßenräuberei. Der neue Motor packt bei jeder Drehzahl bissig zu und verleitet förmlich zum Heizen, nicht zuletzt wegen seines gierigen Ansauggeräuschs.

 

Auf der Autobahn:
Stumpfes Kilometerfressen mit der Z 1000 hieße Perlen vor die Säue zu werfen: Die Kawa schreit nach Kurvenstrecken. Der Fahrer sitzt recht entspannt, genießt aber kaum Windschutz. Am Geradeauslauf gibt’s auch bei hohem Tempo nichts zu mäkeln, der 15-Liter-Tank zwingt aber zu häufigen Tankstopps.

Kurzurteil

Plus:
●   Gieriger Motor
●   Tolle, aktive Sitzposition
●   Verschärftes Design, herrlich knurriger Motorsound
●   Präzise, direkt und handlich
●   Sehr wirksame Bremsen
●   Voraussichtlich fairer Preis

 

Minus:
●   Nicht sehr soziustauglich
●   Drehzahlmesser verspielt, mäßig ablesbar
●   Gewöhnungsbedürftiges Design der Auspufftöpfe

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