8 Bilder

Schon gefahren: Triumph Daytona 675 R Triumph Daytona 675 R für Rennstrecken und Landstraßen

Die Triumph Daytona 675 ist seit Jahren ein rennstreckentauglicher Landstraßensportler. Die R-Variante will diese Gewichtung jetzt umkehren.

Auf immer anspruchsvollere Kunden kann ein Motorradhersteller gleichgültig reagieren: "Die sollen sich mal nicht so anstellen." Oder er erweitert seine Modellpalette, um spezielle Wünsche präzise zu erfüllen. Triumph geht mit der Daytona 675 R den zweiten Weg: Sie unterscheidet sich vor allem in den Fahrwerkskomponenten von der Standard-Variante. Vorn arbeitet eine voll einstellbare Gabel mit 43 mm dicken Innenrohren des schwedischen Edelherstellers Öhlins; hinten hält das Oberklasse-Federbein TTX36 vom selben Hersteller den Reifen am Boden. Die vordere Vierkolben-Monobloc-Bremse steuert Brembo bei.

Sportliches Hochschalten erleichtert ein Schaltassistent, indem er den Zündfunken kurz aussetzen lässt und dem Fahrer das Aus- und Wiedereinkuppeln erspart. Augenscheinliche Unterschiede stellen der rot lackierte Heckrahmen sowie diverse Karbonteile an der R-Variante dar. Gewicht, Spitzenleistung und Fahrwerksgeometrie sind bei beiden Modellen identisch. Auf der Strecke zeigt sich die Triumph Daytona 675 R als Sportmotorrad reinsten Wassers: Die Sitzposition mit hoher Bank und tiefen Lenkstummeln befiehlt viel Last aufs Vorderrad. Das ist kein Selbstzweck oder gar Sadismus dem Fahrer gegenüber, sondern gibt diesem ein sehr präzises Gefühl über das, was der vordere Reifen gerade tut und ob bis zur Haftgrenze noch ein wenig Spielraum bleibt - unerlässlich im Sportbetrieb. Der steile Lenkkopf und der kurze Nachlauf er-geben ein agiles Einlenken an der Grenze zur Nervosität, auch neigt die Daytona R bei sehr hoher Geschwindigkeit leicht zum Pendeln. Wie zur Entschädigung nimmt sie Kurven mit allerhöchster Präzision. 1500 Euro Aufpreis verlangt Triumph für das R im Modellnamen. Die Relation stimmt, doch absolut betrachtet sind 12 740 Euro ganz schön viel Geld.

 

Kurzurteil

Positiv

  • Druckvoller, drehfreudiger Motor
  • Toller Dreizylinder-Sound
  • Brillantes Fahrwerk
  • Starke, gut dosierbare Bremsen
  • Wertige Ausstattung
  • Leichtfüßig zu fahren


Negativ

  • Sehr sportliche Sitzhaltung
  • Wenig alltagstauglich
  • Schaltassistent arbeitet unsauber
  • Recht teuer

 

Anzeige
Anzeige
Foto: Barshon

Fahrverhalten / Technische Daten

Fahrverhalten


In der Stadt
Schwierig. Natürlich will man so ein schickes Motorrad herzeigen, jedoch gibt man in der sehr sportlichen Sitzhaltung keine lässige Figur ab. Die Verkehrsübersicht ist ebenfalls nicht optimal; immerhin arbeitet der Motor auch bei niedrigen Drehzahlen zickenfrei. Trotzdem: Lieber die nächste Ausfallstraße nehmen.

Auf der Landstraße

Wer handliche Sportflitzer mag, wird die Triumph lieben. Auf den Zentimeter genau bremst sie Kurven an, fährt messerscharf engste Bögen und beschleunigt mit Gänsehaut-verdächtigem Dreizylinder-Trompeten auf die nächste Gerade. Auf Holperpisten ist sie allerdings sehr anstrengend.

Auf der Autobahn
Bei Autobahntempo erleichtert der Winddruck die Sitzhaltung; Leistung und Geschwindigkeit sind über jeden Zweifel erhaben. Dennoch sind auch unlimitierte Vierspurer keine gute Heimat für die Daytona, weil sie ihr handliches Fahrverhalten hier kaum demonstrieren kann. Dafür braucht sie eine Rennstrecke.

Technische Daten*


Motor: Dreizylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum: 675 cm³
Kraftübertragung: Sechsganggetriebe/Kette
Leistung: 91 kW (124 PS) bei 12 600/min
Max. Drehmoment: 72 Nm bei 11 700/min
Bremse vorn: Doppelscheibe (Ø 308 mm)
Bremse hinten: Scheibe (Ø 220 mm)
Reifen vorn: 120/70 ZR 17
Reifen hinten: 180/55 ZR 17
Federweg vorn/hinten: 110/130 mm
Radstand: 1395 mm
Sitzhöhe: 830 mm
Tankinhalt: 17,4 Liter
Farben: Weiß
Wartungsintervall: 10 000 km
Preis: 12 740 Euro ohne Nebenkosten

 

*Werksangabe

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel