Sherco 4.5i 4T

46 PS*, 119 kg*, 8199 Euro

Dass sich die Franzosen für die Saison 2008 weitgehend auf die Entwicklung ihres brandneuen 250er-Enduro-Modells mit modernem dohc-Motor und Benzineinspritzung (MOTORRAD 1/2008) konzentrierten, ist der 450er deutlich anzumerken. Die Dimensionen der Maschine wirken im Vergleich mit der schlanken Konkurrenz ausladend und vermitteln einen massigen Eindruck.
Was aber nicht zwangsläufig mit mühsamem Fortkommen im Unterholz zu tun haben muss. Im Gegenteil. Die Stärke der Sherco liegt ganz eindeutig im ruhigen, traktionsstarken Antrieb. Der Single, der im Jahr 2004 übrigens als einer der ersten Sportenduro-Motoren mit einer Benzin­einspritzung ausrückte, brilliert vor allem beim niedertourigen Zirkeln auf steinigem Terrain. Gegen höhere Drehzahlen wehrt sich die hauseigene Konstruktion jedoch mit deftigen Vibrationen.
Auf Fahrbarkeit im widrigen Geläuf zielt auch die Fahrwerksabstimmung ab. Traumhaft sensibel stecken die soft ausgelegten Federelemente von Paioli selbst gröbsten Schotter oder scharfkantige Schlaglöcher rückstandsarm weg, schonen damit die Kondition und letztlich auch die Konzentration des Piloten. Für rasante Zeiten auf der Sonderprüfung steht der Französin jedoch der relativ träge Motor und insbesondere das durch die voluminösen Dimen­sionen etwas unbeholfene Handling im Wege. Subjektiv wirkt die Sherco schwerer als die gewogenen 119 Kilogramm.

Fazit: Gutmütiger Motor, konditionsschonende Fahrwerksabstimmung – das überzeugt Genuss-Enduristen. Doch Racer brauchen ein lebhaftes Triebwerk und agiles Handling

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