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Shineray XY 125 GY im Kompakt-Test 1000 Kilometer mit der Hupfdohle

Im Februar 2007 ersteigerte MOTORRAD für 511 Euro eine Shineray XY 125 GY im Internet. Nach einem desolaten Top-Test und einer 132-Euro-Kur probieren wir es noch mal mit der chinesischen Enduro.

Nach dem Top-Test der Shineray XY 125 GY, erschienen in Heft 12/2007, sah es so aus, als wäre der Höhepunkt ihrer Karriere bei MOTORRAD zugleich auch der Endpunkt. Nach einem harmlosen Ausrutscher waren sowohl Schalthebel und Rahmenheck abgebrochen, und die chinesische Originalbereifung besaß nach 800 Kilometern kaum mehr Profil, obendrein war die Lampen­fassung des Scheinwerfers zerschmolzen.

Wobei es sich bei dieser Aufzählung nur um die Spitze des Eisbergs handelt, die Mängelliste war bis dahin schon länger als die aller anderen Dauertest-Motorräder zusammen. Und so wanderte die Shineray XY 125 GY in die hinterste Ecke der Redaktionsgarage, ihr Schicksal schien besiegelt.

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Foto: jkuenstle.de
Kaum einer hätte darauf gewettet: vierstelliger Tachostand trotz gelegentlichen Offroad-Einsatzes.
Kaum einer hätte darauf gewettet: vierstelliger Tachostand trotz gelegentlichen Offroad-Einsatzes.

132-Euro-Kur für die Shineray XY 125 GY

Doch wie das Leben so spielt: Es ist am Ende immer der dreibeinige, einäugige Hund, den man aus dem Tierheim mit nach Hause nimmt, um ihn aufzupäppeln. Und so lässt ein leuchtstarker H4-Scheinwerfereinsatz von Hella die Shineray XY 125 GY wieder sehen, Messer-Griesheim spendierte einen Meter Schweißdraht für das Rahmenheck, und nach einiger Suche fand sich bei Heidenau ein Satz fast passender Gummis. Insgesamt kostete die Kur 132 Euro ohne Arbeitszeit. Noch schnell das Öl gewechselt, die Ventile mit Spiel versehen, sämtliche Schraubverbindungen kontrolliert und nachgezogen, danach war die Chinesin kuriert und durfte wieder am Leben teilnehmen.

Was nach den bisherigen Geschehnissen kaum jemand für möglich gehalten hätte: Seit nunmehr 300 Kilometern läuft die Shineray XY 125 GY ohne Defekte und Probleme. Und das, obwohl sie diese teilweise unter verschärften Bedingungen zurückgelegt hat. Gleich bei zwei Enduro-Veranstaltungen diente sie als Fahrerlagerbike und Spielzeug. Und sorgte für eine handfeste Überraschung: Im Schlamm und Staub fühlte sie sich sichtlich wohl. Besonders bei Gelände-Novizen kam ihre Kompaktheit und Gutmütigkeit sehr gut an. Und selbst bei forciertem Dreh am Gasgriff steckte sie wesentlich mehr weg, als man es ihr ­zugetraut hätte. Auch wenn sich natürlich Vergleiche mit ernsthaftem Gerät aus Gründen der Höflichkeit verbieten. Nachdem in der Zwischenzeit sogar noch ein Händler gefunden wurde, der Shineray-Teile zu liefern willig und auch in der Lage ist, sieht die Zukunft wieder rosig aus.

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