MuZ Skorpion Traveller 660 Traveller Check

In Gestalt der Traveller peilt die MuZ Skorpion eine Karriere als Gepäckträger und Kilometerfresser an.

Vom Preis her ist die MuZ Skorpion Traveller eine Art Last minute-Angebot unter den Reisemaschinen: Für 12 762 Mark befördert sie zwei Personen im Schutz einer Vollverkleidung, und auch für die Unterbringung des Gepäcks ist gesorgt. Klingt vielversprechend.

Kein Haken an der Sache? Doch: Zwar ist die Skorpion Traveller in der Lage, rund 200 Kilogramm von A nach B zu befördern, das Gefühl lässigen, unbeschwerten Reisens bleibt dabei aber auf der Strecke. Ein Vorzug der Skorpion-Modelle - ihre kompakte Statur - gerät der Traveller zum Nachteil. Kann sich der reiselustige Solist noch recht bequem auf der schmalen Bank hinter dem filigranen Tank einrichten, so hat der Hintermann ob des gebotenen Lebensraum schlechte Dauer-Karten: zu kurz die Sitzfläche, zu beengt der Freiraum zwischen den Koffern und den Haxen des Piloten. So schmal wie der Kern der Traveller ist auch ihre Schale beschnitten.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   Sie bietet kaum mehr Windschatten als ein vollgepackter Tankrucksack, setzt Schultern, Arme und Beine den Elementen schutzlos aus. Anderseits: Auch Reisende verheddern sich immer wieder mal in den Knäueln des Verkehrsgetümmels, und da zahlt es sich aus, daß die Traveller von Haus aus quasi mit angelegten Ellbogen unterwegs ist. Wo wohlbeleibte »Supertourer« der Mut zur Lücke verläßt, zeigt sich die Traveller als echtes Nischenmotorrad und bahnt sich hakenschlagend einen Weg in die Freiheit.

Den schlagenden Beweis, daß ein Einzylindermotor, und sei er noch so modern konzipiert, für touristische Zwecke nur bedingt tauglich ist, liefert der Traveller-(alias: Yamaha-) Single bei touristischer, sprich: niedrigtouriger, Gangart. Mit konstanter Gasgriffstellung im fünften Gang mit 80 Sachen dahintuckern, das läßt der Fünfventiler gerade noch so durchgehen. Wenn ihm dann aber durch einen Dreh der rechten Hand so etwas wie Beschleunigung abverlangt wird, schüttelt sich der 660er wie ein nasser Hund. Nein, Bummelantentum, Faulheit am Schalthebel und scheu vor Drehzahlen, was andere Reisemaschinen dulden, wenn nicht gar fördern, stoßen bei der Skorpion Traveller auf klare Ablehnung.

Erst wenn man den Begriff »Tourer« auf den Motor anwendet und die Nadel des Tourenzählers möglichst in Nachbarschaft des roten Bereichs hält, findet die Traveller zu ihrer wahren Berufung, zu ihren sportlichen Wurzeln. Sauber hängt der Motor am Gas, ohne störende Vibrationen tummelt er sich lebhaft in der oberen Drehzahlhälfte und sorgt für munteres Beschleunigen. Sogar im fünften Gang geht`s dynamisch voran, weil die Endübersetzung so knapp gehalten wurde, daß der Motor bei Topspeed ausdreht, auf Gefällstrecken die Nenndrehzahl sogar deutlich überschreitet.

Marschgeschwindigkeiten um die 160 km/h werden gern genutzt, weil die Spurstabilität der Traveller ohne Tadel ist: Ob ihr Drainagerillen oder Brückenkanten unter die Räder kommen, sie leistet sich keine Kursabweichungen.

Abseits der Autobahnen macht die Traveller erst recht eine gute Figur. Präzise läßt sich die Maschine durch Kurvenkombinationen zirkeln, schnelle Schräglagenwechsel gelingen mühelos, die Federungselemente schlucken feinfühlig kleine und klaglos große Fahrbahnunebenheiten. Sogar die vordere Scheibenbremse - in der Vergangenheit nicht immer ein Ruhmesblatt der Skorpione - fördert mit festem Druckpunkt und kräftigem Biß sportliches Treiben.Fazit: Die Traveller ist ein quirliges Maschinchen mit guten Umgangsformen, das ausgerechnet mit seiner Rolle als Tourer so seine Schwierigkeiten hat.

Kein Haken an der Sache? Doch: Zwar ist die Skorpion Traveller in der Lage, rund 200 Kilogramm von A nach B zu befördern, das Gefühl lässigen, unbeschwerten Reisens bleibt dabei aber auf der Strecke. Ein Vorzug der Skorpion-Modelle - ihre kompakte Statur - gerät der Traveller zum Nachteil. Kann sich der reiselustige Solist noch recht bequem auf der schmalen Bank hinter dem filigranen Tank einrichten, so hat der Hintermann ob des gebotenen Lebensraum schlechte Dauer-Karten: zu kurz die Sitzfläche, zu beengt der Freiraum zwischen den Koffern und den Haxen des Piloten. So schmal wie der Kern der Traveller ist auch ihre Schale geschnitten. Sie bietet kaum mehr Windschatten als ein vollgepackter Tankrucksack, setzt Schultern, Arme und Beine den Elementen schutzlos aus. Anderseits: Auch Reisende verheddern sich immer wieder mal in den Knäueln des Verkehrsgetümmels, und da zahlt es sich aus, daß die Traveller von Haus aus quasi mit angelegten Ellbogen unterwegs ist. Wo wohlbeleibte »Supertourer« der Mut zur Lücke verläßt, zeigt sich die Traveller als echtes Nischenmotorrad und bahnt sich hakenschlagend einen Weg in die Freiheit. Den schlagenden Beweis, daß ein Einzylindermotor, und sei er noch so modern konzipiert, für touristische Zwecke nur bedingt tauglich ist, liefert der Traveller-(alias: Yamaha-) Single bei touristischer, sprich: niedrigtouriger, Gangart. Mit konstanter Gasgriffstellung im fünften Gang mit 80 Sachen dahintuckern, das läßt der Fünfventiler gerade noch so durchgehen. Wenn ihm dann aber durch einen Dreh der rechten Hand so etwas wie Beschleunigung abverlangt wird, schüttelt sich der 660er wie ein nasser Hund. Nein, Bummelantentum, Faulheit am Schalthebel und scheu vor Drehzahlen, was andere Reisemaschinen dulden, wenn nicht gar fördern, stoßen bei der Skorpion Traveller auf klare Ablehnung. Erst wenn man den Begriff »Tourer« auf den Motor anwendet und die Nadel des Tourenzählers möglichst in Nachbarschaft des roten Bereichs hält, findet die Traveller zu ihrer wahren Berufung, zu ihren sportlichen Wurzeln. Sauber hängt der Motor am Gas, ohne störende Vibrationen tummelt er sich lebhaft in der oberen Drehzahlhälfte und sorgt für munteres Beschleunigen. Sogar im fünften Gang geht`s dynamisch voran, weil die Endübersetzung so knapp gehalten wurde, daß der Motor bei Topspeed ausdreht, auf Gefällstrecken die Nenndrehzahl sogar deutlich überschreitet. Marschgeschwindigkeiten um die 160 km/h werden gern genutzt, weil die Spurstabilität der Traveller ohne Tadel ist: Ob ihr Drainagerillen oder Brückenkanten unter die Räder kommen, sie leistet sich keine Kursabweichungen. Abseits der Autobahnen macht die Traveller erst recht eine gute Figur. Präzise läßt sich die Maschine durch Kurvenkombinationen zirkeln, schnelle Schräglagenwechsel gelingen mühelos, die Federungselemente schlucken feinfühlig kleine und klaglos große Fahrbahnunebenheiten. Sogar die vordere Scheibenbremse - in der Vergangenheit nicht immer ein Ruhmesblatt der Skorpione - fördert mit festem Druckpunkt und kräftigem Biß sportliches Treiben.Fazit: Die Traveller ist ein quirliges Maschinchen mit guten Umgangsformen, das ausgerechnet mit seiner Rolle als Tourer so seine Schwierigkeiten hat.

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