Von: Uwe Seitz
Erschienen in: 05/ 2015 PS

Suzuki GSX-S 1000 im PS-Fahrbericht

Wieselflinkes Naked Bike

Power-geladene Nakeds sind unter Sportfahrern gerade auf der Landstraße äußerst beliebt – nicht nur, weil viel von den Superbikes in ihnen steckt. Die Hersteller haben allerhand davon im Programm. Und nun zieht auch endlich Suzuki nach und bringt die Suzuki GSX-S 1000.

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Suzuki GSX-S 1000.

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4 Seiten Fahrbericht
aus PS 05/2015
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In Sachen Sportlichkeit haben wir von Suzuki viel zu lange nichts mehr gehört und schon gar keine Neu-Modelle gesehen. Was haben die Japaner aus Hamamatsu uns aber für tolle Bikes gebracht in all den Jahren. Als etwa die erste GSX-R 1000 kam, stand die Sportlerfraktion mit Schaum vor dem Mund bei den Händlern, und noch heute bekommen eingefleischte Suzi-Fans glasige Augen, wenn gar von der legendären K5 gesprochen wird. Vielleicht gibt es jetzt wieder Grund zur Rührung, denn just dieses K5-Superbike mit seinem kraftvollen und kultivierten Vierzylindermotor ist Basis des neu vorgestellten Naked Bikes, der Suzuki GSX-S 1000.

Die Konkurrenz hat pro Hersteller mindestens eins dieser kraftvollen Spaßmobile für fröhliches Landstraßen-Halali im Programm, warum hat das bei Suzuki also so lange gedauert? So richtig darüber sprechen wollten die Japaner bei der Präsentation der Suzuki GSX-S 1000 nicht. Lieber setzten sie ein breites Grinsen auf und erklärten selbstbewusst, dass man so den gesamten Markt im Blick hatte und deshalb genau weiß, gegen wen und was man antritt.

Sitzgefühl passt, Lenker liegt gut in der Hand

Das Ergebnis dieser ausgiebigen „Markt-Beobachtung“ steht nun vor uns unter dick bewölktem anadalusischem Himmel. Die eng verschlungenen Straßen im Bergland hinter Alicante sind nass und die Nachricht, dass die Suzuki GSX-S 1000 eigentlich mehr Saft hat als die angegebenen 145 PS verursacht da erst mal Schluckbeschwerden.

Beruhigend dagegen die Info, dass jetzt endlich auch ein sportliches Bike von Suzuki eine dreistufige, mit fünf Sensoren operierende Traktionskontrolle hat. Dass sie sogar abschaltbar ist, wollen wir glauben, aber auf nasser Fahrbahn lieber nicht testen. Und so ziehen wir vom Hof hinein ins wilde Kurvenlabyrinth. Das Sitzgefühl passt, der Lenker mit leichter Kröpfung liegt gut in der Hand, der Kniewinkel ist sportlich, aber nicht unbequem, und der Sitz der Suzuki GSX-S 1000 lässt genügend Spielraum für Turnübungen – wenn denn die Piste mal trocken wird.

Wirklich nur 145 PS?

Ohne jegliche Raubautzigkeit läuft der Motor, wie man das von der GSX-R kennt, das Getriebe flutscht Suzuki-üblich ganz hervorragend, einen Schaltautomat gibt es nicht. Als sich die ersten trockenen Stellen zeigen, offenbart der Dreh am analogen Gasgriff (Ride-by-Wire gibt es auf Nachfrage erst bei der nächsten GSX-R 1000), dass der ganz große Punch unten herum fehlt. Zweizylinder-Fetischisten würden sagen: typisch Vierzylinder-Orgeln. Richtig. Aber K5-Fans werden sagen: Geil, wie die 1000er vor zehn Jahren. Aber: Die Suzuki GSX-S 1000 tritt auch unter 5000/min landstraßengerecht an, nicht falsch verstehen! Die Nocken aus der K8 mit geänderten Steuerzeiten spendieren der S ein fülligeres Drehmoment im relevanten Drehzahlbereich als man das vom Superbike kennt. Aber ab 7000/min brennt dafür noch mal die Luft. Kurz kündigt die Einliter-Maschine diesen Antritt mit leichten Vibrationen an und lässt es dann richtig fliegen, untermalt von einem sehr erwachsenen Sound. 145 PS? Das scheint wirklich arg untertrieben!


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Dieser Grundcharakter des Motors macht die Suzuki GSX-S 1000 damit zum Spielzeug für erfahrene Piloten. Wer schaltfaul dahinjagen will, wird sich wundern. Grundsätzlich ist der Vierer aber ein Sahnestück, dem nur etwas ruppige Lastwechsel angelastet werden können. Alles andere als enttäuschend ist auch das Handling. Die bullige Optik des Frontbereichs kaschiert das wieselflinke Wesen der GSX-S ziemlich. Als es mittags richtig trocken ist auf den Straßen, offenbart das neue Naked Bike seine Landstraßen-Finessen. In Wechselkurven fährt sie nicht einfach, sie wirft sich förmlich hinein, zieht spurstabil den Strich und fegt – den richtigen Gang vorausgesetzt – am Ende wie der Wirbelwind der nächsten Herausforderung entgegen. Anker werfen, einlenken und rum. Geht super – allerdings hätten wir uns von der Bremse mit den Brembo-Sätteln einen etwas bissigeren Auftritt gewünscht. Besonders beim ersten Anlegen merkt man schnell, dass ein entschlossener Handdruck besser ist. Das ABS (nein, kein Kurven-ABS) regelt richtig sportlich spät, selbst auf nasser Strecke war ohne richtig beherztes Ankern kaum Regelpulsieren im Hebel zu spüren.

Großer Spaß auf trockenem Untergrund

Auch die TC arbeitete sehr subtil. Im Nassen mal über eine Sperrfläche gefräst und am Gashahn gedreht, flackerte die gelbe Anzeige kurz im Cockpit, aber von gravierendem Elektronikeingriff war selbst in Stufe 2 bei diesen Konditionen nichts zu spüren – und das ohne Gyro-Sensoren. Bei der Suzuki GSX-S 1000 werden die TC-Daten lediglich von den Radsensoren und denen an Drosselklappe, Getriebe und Kurbelwelle erfasst.

Doch zurück zum großen Spaß auf trockenem Untergrund. Je länger die Fahrt dauert, desto größer wird die Freude am Handling der Suzuki GSX-S 1000 und den Drehzahlen des Vierzylinders. Auch Dunlop gebührt hier Respekt, denn sie haben für das Motorrad den D214 neu konstruiert und der Reifen harmoniert prächtig mit dem Bike. Kein Aufstellen auf der Bremse, wie man das von seinem Namensvetter auf der Kawasaki Z 1000 so eindrücklich kennt.

Die Suzuki GSX-S 1000 steht für 12.190 Euro beim Händler

Auch in langen Kurven mit viel Schräglage agiert der Reifen und in Folge auch das Motorrad prima neutral. Sanfte Wellen bügelt das Fahrwerk der Suzuki GSX-S 1000 mit der voll einstellbaren Gabel und dem Federbein mit Zugstufen-Verstellung sauber weg. Ein voll einstellbares Federbein wäre bei einem 1000er-Naked schon eine feine Sache, aber auch eine Druckstufe hätte am hinteren Dämpfer nicht darüber hinweg getäuscht, dass es bei harten Kanten etwas unsensibel anspricht.

Und wenn bei Bergauf-Passagen das Vorderrad leicht wird, hätte ein Lenkungsdämpfer auch nicht geschadet. Damit wären die kritischen Punkte bei der GSX-S aber schon zusammengefasst. Die neue GSX-S 1000 vervollständigt als Suzuki-Vertreter das spannende Segment der Superbike-inspirierten nackten Landstraßen-Fräsen. Vielleicht sogar mehr, denn die GSX-S hat mächtig Leistung und ein sehr sportliches Handling mit adäquater Elektronik, die ihre Sache gut macht, ohne mit allzu viel Extras den Preis in die Höhe zu treiben. Die Suzuki GSX-S 1000 steht für 12.190 Euro beim Händler.

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14.04.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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