Technik-News F-650-Motoren: aus eins mach zwei

Foto: BMW
Zwei statt einem Zylinder, 798 statt 652 Kubikzentimeter Hubraum – beim Einstiegsmodell in die BMW-Motorradwelt hat sich derart viel getan, dass der Modellwechsel ohne Weiteres einen neuen Namen gerechtfertigt hätte. Allein die Unterschiede im Maschinenraum sind gewaltig.

Dabei liegen die Ausmaße nicht einmal so weit auseinander, wie es Hubraum und Motorenkonzept vermuten lassen. Der neue 800er-Twin ist mit 405 Millimetern nur 55 Millimeter breiter und 60 Millimeter (410 zu 350 mm) länger als der Single. Dazu baut er 56 Millimeter (600 zu 544) höher. Deutliche Differenzen hingegen beim Gewicht: Der Zweizylinder wiegt mit 64 Kilogramm 16 Kilo mehr als der Einzylinder. Über die unterschiedlichen Charaktere der beiden Antriebe sagen diese Daten freilich wenig aus. Denn obwohl der 650er-Vierventiler unter seinesgleichen als Gentleman mit feinen Manieren selbst bei niedrigen Drehzahlen und einem ordenlichen Drehvermögen obenheraus durchgeht, fehlt im zum breiten Leistungsspektrum des 800er-Paralleltwins doch einiges. Dabei zeigt der Vergleich der Leistungs- und Drehmomentkurven zwar viel, aber nicht alles.

Die Laufkultur, die BMW dank eines Hilfspleuels erreichte, das um 180 Grad versetzt zu den beiden herkömmlichen Pleuel an einem Schwinghebel läuft, lässt sich so ebenso wenig darstellen wie der Boxer-Sound, weil beide Kolben zwar parallel laufen, jedoch mit 360 Grad Zündversatz (also abwechselnd) befeuert werden. Die überlegene Leistung im oberen Drehzahlbereich und das um rund 20 Newtonmeter höhere Drehmoment im für den Landstraßenbetrieb wichtigen Drehzahlbereich zwischen 2000 und 4000/min hingegen lässt sich im Leistungsdiagramm trefflich ablesen und mag als weiterer Beleg dafür stehen, dass die großen Single-Zeiten vorbei sind.

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