Technik Wild Star-Motor

Moderner Motorenbau hinter klassischer Kulisse

Die Stoßstange als verlängerter Arm untenliegender Nockenwellen ist seit Menschengedenken ein Fall für Technik-Historiker und Harley-Fahrer. Ist? War - seit Yahama die Wild Star lancierte. Deren bewußt nostalgisch angehauchtes Layout führt geradewegs zur Philosophie dieser Maschine: »Emotional spirit« - eine Ausstrahlung, die Gefühle weckt - soll sie verkörpern. Dazu braucht es nach Ansicht von Projektleiter Mason Hashimoto einen Motor mit Leistungsbereitschaft bei niedrigsten Drehzahlen. Dazu erhielt der 1600er eine gewaltige Kurbelwelle, deren Trägheitsmoment bestens geeignet ist, dem Motor lässig über die Pausen zwischen den Verbrennungstakten zu helfen. Bei einem Hub von 113 Millimetern bieten die Hubzapfen den angreifenden Pleueln obendrein so viel Hebelarm, daß selbst laue Lüftchen im Brennraum in stattliches Drehmoment umgesetzt werden.Daß der Wild Star-Motor unter Aufbietung von vier Ventilen pro Zylinder gerade einmal 40 PS pro Liter Hubraum erzeugt, spricht für äußerst moderate Ventilerhebungskurven. So sind selbst mit Hydrostößeln, ellenlangen Stoßstangen und Kipphebeln, wie sie der Yamaha-V2 aufweist, keine Unregelmäßigkeiten in der Ventilsteuerung zu erwarten, zumal die Nenndrehzahl mit 4000/min ebenfalls sehr niedrig angesiedelt ist. Apropos niedrig: Der Griff zur untenliegen Nockenwelle spart Bauhöhe, die dem Tankvolumen zugute kommt.Nicht gespart wurde an der Baulänge des Triebwerksblocks. Ein dem Schaltgetriebe nachgeordneter Zahnkettentrieb rückt die Abtriebswelle nach hinten und senkt deren Drehzahl. So konnte die Antriebsscheibe des finalen Zahnriemens materialschonend groß gewählt und dicht an den Schwingendrehpunkt gerückt werden.

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