Einzeltest Blata 125 BXM

Ob-La-Di, O-Blata... Na na na na, life goes on, sangen dereinst die Beatles. Zweifellos, das Leben geht voran. Ob dabei eine 125 BMX weiterhilft, klärt der Test.

Foto: Künstle
Bei der für die potenzielle Kundschaft nicht unbedeutenden Schulhofwertung hat die tschechische Blata die kantige Nase jedenfalls ganz weit vorn. Die polierten Alu-Felgen, eine Schwinge aus demselben Material sowie Blinker und Rücklicht mit Diodentechnik machen Eindruck. Das ist aber noch nicht alles: Bremspumpe und -sattel vorne sind in Radialtechnik ausgeführt, für die Übertragung des Bremsdrucks sorgen vorne wie hinten Stahlflexleitungen. Die Augen vollends zum Leuchten bringt das digitale Cockpit, das neben den üblichen Informationen die Drehzahl anzeigt sowie eine kleinen Tripcomputer bereithält.

Daneben verblasst der Fahrbetrieb etwas. Das Testfahrzeug vermittelte ein wenig den Eindruck eines Prototyps: Aus dem linken Gabelholm lief Öl, aus dem undichten, immerhin abschließbaren Tankdeckel das Benzin. Zudem verschluckte sich der luftgekühlte Zweiventiler aufgrund missglückter Vergaserabstimmung im Teillastbetrieb ständig, und das Sechsganggetriebe schaltete sich ruppig. Dafür hängte sich der Motor bei Volllast leicht vibrierend mächtig rein und beschleunigte die Tschechin auf 105 km/h. Mit 3,4 Liter Normal gab er sich recht genügsam. Die straffe Federung sorgte für klare Rückmeldung sowie narrensichere, gutmütige Fahreigenschaften. Bei Bedarf verzögerten die beiden Bremsscheiben rasant, wobei man der vorderen den knackig klaren Druckpunkt der hinteren wünschte. Die Wirkung dagegen war tadellos. Der Kabelbaum wiederum war so schlampig verlegt, dass binnen weniger Kilometer ein Kabel durchscheuerte und mehrfach für elektrischen Totalausfall sorgte. Hinzu kam, dass bei Dauerfernlicht-Betrieb, der aufgrund der am Tag kaum erkennbaren Kontrollleuchte problemlos möglich ist, in gut einer Stunde die Batterie leer gesaugt war. Mangels Kickstarter half dann nur noch anschieben. Das wirklich Ärgerliche an den Mängeln ist, dass sie mit ein wenig Sorgfalt bei der Montage sowie besseren Zulieferteilen nicht sein müssten. Sollte dies der Serienzustand sein, sind 3599 Euro ein stolzer Preis, da kann die Blata noch so gut fahren und bremsen.
Anzeige

Technische Daten

Motor
Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, eine oben liegende, kettengetriebene Nockenwelle, zwei Ventile, Gleichdruckvergaser, Ø 24 mm, U-Kat, Batterie 12 V/7 Ah, Sechsganggetriebe, Kette, Sekundärübersetzung 50:15.

Bohrung x Hub 57,0 x 48,6 mm
Hubraum 124 cm³
Nennleistung 10,0 kW (13,6 PS) bei 9600/min*
Max. Drehmoment 11 Nm bei 8500/min*

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Telegabel, Ø 40 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein, Scheibenbremse vorn, Ø 280 mm, Zweikolben-Festsattel, Scheibenbremse hinten, Ø 220 mm, Zweikolben-Festsattel.

Speichenräder mit Alu-Felgen 2.50 x 17; 3.50 x 17
Reifen 100/80-17; 130/70-17

Maße+Gewichte
Radstand 1345 mm, Sitzhöhe 850 mm, Gewicht vollgetankt 118 kg, Zuladung 162 kg, Tankinhalt 10,5 Liter.

Messwerte
Höchstgeschwindigkeit* 105 km/h

Beschleunigung
0–50 km/h 4,8 sek
0–100 km/h 26,0 sek

Verbrauch
Landstraße 3,4 Liter/100 km

Preis (ohne Nk.) 3599 Euro

*Werksangabe

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel