Test Ducati 749 Dark Schwarz-Kittel

Foto: fact
Ducati in Schwarz
Ducati in Schwarz
Kann denn Farbe Geld kosten? Präzisiert: Kann knalliges Rot oder Gelb teurer sein als mattes Schwarz? Wohl kaum, also muss es andere Gründe geben, dass die Ducati 749 Dark immerhin 1300 Euro günstiger ist als die peppig lackierten 749er-Schwestern. Die Unterschiede erschließen sich erst bei genauerem Hinsehen: So verzichtet die dunkle Version auf die Höhen-Einstellbarkeit des Hecks. Nun gut, das lässt sich verschmerzen, dreht außer experimentierfreudigen Rennsportlern eh kaum ein Ducatista je an der Einstellschraube der Schubstange. Als zweites fehlt der Lenkungsdämpfer, den alle anderen Vierventil-Sportler serienmäßig besitzen. Da diese beiden Teile noch nicht die Preisdifferenz erklären, handelt es sich wahrscheinlich um einen subventionierten Preis. 11995 Euro, die sicherlich immer noch kein Dumping-Angebot sind, sollen neue Kunden ködern.
Dem Käufer soll es recht sein, denn antriebsseitig gibt es überhaupt keine Unterschiede, die Dark wird von dem gleichen Testastretta-Motor angetrieben, der in den bunten 749 werkelt. Und der drückt im Fall der Testmaschine stramme 106 PS auf
die Rolle, womit er die Werksangabe (103 PS) klar übertrifft. Was heutzutage nicht die Regel ist. Vor allem im mittleren Bereich geht der V2 ordentlich zur Sache, auch dreht er lustvoll bis an den Begrenzer. Begeisternd ist das butterweiche
Ansprechverhalten und die transparente Leistungsentfaltung. Das Fahrwerk überzeugt mit der Ducati-üblichen Stabilität, die hervorragend abgestimmte Federung bügelt mit straffer Grundabstimmung
übelste Lochpisten glatt.
Bleibt also als einziges Fragezeichen der Verzicht auf den Lenkungsdämpfer. Bei schneller Autobahnfahrt hält die Spar-Duc selbst in Schräglage über Trennfugen absolut stabil Kurs, da zuckt und zappelt nichts. Dieser Eindruck ändert sich bei normalem Landstraßeneinsatz nicht, nur bei strammer Beschleunigung über wellige Pisten kommt hin und wieder Unruhe in die Lenkung. Überträgt sich diese auf das Nervenkostüm des Fahrers, keimt der Wunsch nach einem Beruhigungsmittel auf. Doch bei der Dark fehlt der angeschweißte Ausleger zur Befestigung des Lenkungsdämpfers. Nachrüsten ist also schwierig.

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